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Trump-Drohungen lösen Marktbeben aus: Sell America-Handel kehrt zurück

Die Finanzmärkte erleben eine neue Welle der Volatilität. Präsident Trumps Drohungen wegen Grönland und Zöllen erschüttern Aktien, Anleihen und Dollar – Investoren fürchten dauerhafte Schäden.

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Trump-Drohungen lösen Marktbeben aus: Sell America-Handel kehrt zurück

Die geopolitischen Spannungen unter US-Präsident Donald Trump haben die globalen Finanzmärkte mit voller Wucht getroffen. Am Dienstag brach der S&P 500 um 2,1 Prozent ein – der stärkste Tagesverlust seit über drei Monaten. Auslöser waren Trumps Drohungen, wegen des Ziels der USA, Grönland zu übernehmen, einen Handelskrieg mit Europa neu zu entfachen.

Sell America-Handel gewinnt an Fahrt

Die Turbulenzen erinnern an den sogenannten "Liberation Day" im April vergangenen Jahres, als Trump massive Zollankündigungen machte. Damals entstand der "Sell America"-Handel, bei dem Investoren US-Vermögenswerte meiden. "Globale Investoren nehmen diese Drohungen ernst", warnt Jack Ablin, Chief Investment Strategist bei Cresset Capital. Anders als beim letzten Mal würden diesmal weniger Anleger versuchen, den Ausverkauf als Kaufgelegenheit zu nutzen.

Besonders beunruhigend für Marktteilnehmer: Der Abverkauf erstreckte sich über mehrere Anlageklassen gleichzeitig. US-Staatsanleihen, Aktien und der Dollar gerieten unter Druck – ein ungewöhnliches Muster, das Investoren zum Umdenken zwingt. "Ein Tag wie heute veranlasst die Menschen, einige ihrer Annahmen zu überdenken", erklärt Lauren Goodwin von New York Life Investments.

Hohe Bewertungen machen Märkte anfällig

Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit zweistelligen Renditen haben die Aktienbewertungen schwindelerregende Höhen erreicht. Der S&P 500 ist damit besonders anfällig für negative Nachrichten geworden. "Dies ist eine Zeit, in der alles nahezu perfekt eingepreist ist", sagt Matthew Miskin von Manulife John Hancock Investments. Er rät Anlegern, über defensive Optionen und Absicherungsstrategien nachzudenken.

Erinnerungen an 2024 werden wach

Peter Tuz von Chase Investment Counsel sieht Parallelen zum vergangenen Jahr: "Der Markt erreichte Ende Januar, Anfang Februar seinen Höhepunkt. Als dann die Zollnachrichten kamen, erlebte der Markt eine ziemlich starke Korrektur." Die Hoffnung: Diesmal könnte die Reaktion weniger dramatisch ausfallen.

Grönland-Krise könnte NATO-Bündnis gefährden

Die Drohungen Trumps gehen über wirtschaftliche Aspekte hinaus. Experten befürchten, dass der Konflikt um Grönland das politische und militärische Bündnis des Westens gefährden könnte, das seit Jahrzehnten die Sicherheitsarchitektur stützt. Anders als bei früheren Zollstreitigkeiten, bei denen Trump Flexibilität zeigte, wenn die Märkte unter Druck gerieten, könnte die Grönland-Frage deutlich mehr Volatilität erfordern, bevor eine Lösung gefunden wird.

Trotz der Turbulenzen sind nur wenige Anleger bereit, sich komplett von US-Aktien abzuwenden. Die starke Rentabilität amerikanischer Unternehmen bleibt ein wichtiges Argument. Dennoch gewinnt die Diversifikation in internationale Märkte an Bedeutung, um die Risiken zu streuen.

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