Trump droht mit Zöllen auf Stahl und Aluminium
EU warnt vor Handelskonflikt und kündigt Vergeltungsmaßnahmen an

US-Präsident Donald Trump plant die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf Importe von Stahl und Aluminium in die Vereinigten Staaten. Die Ankündigung erfolgte während eines Fluges mit der Air Force One, wobei Trump betonte, dass weitere Details zu den Maßnahmen noch bekannt gegeben werden. Diese Entscheidung löste umgehend internationale Reaktionen aus.
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot kündigte im Namen der Europäischen Union (EU) mögliche Gegenzölle an. Barrot betonte, dass die EU-Kommission Sektoren identifizieren werde, die von Vergeltungsmaßnahmen betroffen sein könnten. Er warnte davor, dass niemand ein Interesse an einem Handelskonflikt mit der EU haben sollte. Auch die EU-Kommission selbst wies darauf hin, dass es keine Rechtfertigung für die geplanten US-Zölle gebe. Man werde Maßnahmen ergreifen, um die Interessen europäischer Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher zu schützen.
Die Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen machte deutlich, dass solche Zölle letztlich auch die US-amerikanischen Verbraucher belasten, die Kosten für Unternehmen erhöhen und die Inflation anheizen würden. Das Bundeswirtschaftsministerium in Deutschland erklärte, dass die deutsche exportorientierte Wirtschaft von den Maßnahmen betroffen sein könnte. Gleichzeitig betonte ein Sprecher, dass sowohl die EU als auch die Bundesregierung daran arbeiten, die Einführung der Zölle zu verhindern, jedoch auch Vorbereitungen für den Ernstfall treffen.
Der Stahl- und Industriegüterkonzern Thyssenkrupp sieht in den geplanten Zöllen derzeit keine gravierenden Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Der Hauptabsatzmarkt für Thyssenkrupp-Stahl liegt in Europa, und der Export von Stahlprodukten in die USA ist laut Unternehmensangaben von geringer Bedeutung, da er sich hauptsächlich auf hochwertige Nischenprodukte konzentriert. Deutschlands größter Stahlhersteller betreibt seinen wichtigsten Produktionsstandort in Duisburg.
Trump erklärte zudem, dass die Zölle alle Länder betreffen sollen, einschließlich der Nachbarn Kanada und Mexiko. Er kündigte auch sogenannte "gegenseitige Zölle" an, die erhoben werden sollen, wenn andere Länder Zölle auf US-Produkte verhängen. Dies könnte insbesondere die deutsche Wirtschaft stark treffen, die bereits zwei Jahre in Folge geschrumpft ist und für die die USA ein zentraler Absatzmarkt sind.
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Zur AktienanalyseDie USA beziehen ihren Stahl laut dem American Iron and Steel Institute hauptsächlich aus Kanada, Brasilien und Mexiko. Deutschland und China gehören ebenfalls zu den zehn größten Lieferanten von Stahl in die USA. Ein Handelskonflikt mit Nordamerika konnte zuletzt abgewendet werden, als Trump kurz vor Inkrafttreten von Strafzöllen Zugeständnisse Mexikos und Kanadas zur Grenzsicherung erreichte, wodurch die Maßnahmen vorerst für 30 Tage ausgesetzt wurden.


