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Trump droht mit Truppenabzug aus Europa wegen Grönland-Streit

Auf dem NATO-Gipfel in Ankara erneuert US-Präsident Trump seine Forderung nach Grönland und stellt Europa einen kompletten Truppenabzug in Aussicht.

Trump droht mit Truppenabzug aus Europa wegen Grönland-Streit

US-Präsident Donald Trump hat auf dem NATO-Gipfel in Ankara seine Ambitionen auf Grönland erneut bekräftigt und dabei eine drastische Drohung ausgesprochen: Die USA könnten alle ihre Streitkräfte aus Europa abziehen, sollte der Kontinent seinen expansionistischen Bestrebungen weiterhin widerstehen. Die Äußerungen fielen kurz nach Trumps Ankunft in der türkischen Hauptstadt, wo das 32 Mitglieder zählende Bündnis zusammengekommen ist.

Grönland „sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von Dänemark", sagte Trump in einem bilateralen Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Er machte dabei deutlich, dass die Weigerung Europas, seinen Forderungen nachzukommen, „was meine Beziehung zur NATO belastet hat". Anschließend beendete er den presseöffentlichen Teil des Treffens abrupt.

Transatlantische Krise seit Januar

Der Streit um Grönland ist kein neues Phänomen. Bereits im Januar hatte Trump die NATO in eine Krise gestürzt, als er forderte, die USA müssten aus Gründen der nationalen Sicherheit die Kontrolle über das arktische Inselterritorium übernehmen. Grönland ist eine riesige, dünn besiedelte und weitgehend vereiste Insel, die geopolitisch von enormer strategischer Bedeutung ist – insbesondere im Hinblick auf die Arktis und die Rivalität mit Russland.

Grönländische Abgeordnete hatten damals unmissverständlich klargestellt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Trump, der den Einsatz militärischer Gewalt zur Annexion nicht ausschließen wollte, überraschte Ende Januar jedoch mit der Ankündigung, er und NATO-Generalsekretär Mark Rutte hätten einen „Rahmen für ein künftiges Abkommen" vereinbart. Seitdem trifft sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der USA, Dänemarks und Grönlands, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Berichten zufolge erklärte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen Ende letzten Monats, er erwarte, dass die Arbeitsgruppe bis zum Jahresende eine Lösung finden werde. Damit bleibt der diplomatische Prozess formal am Leben, auch wenn Trumps jüngste Aussagen den Ton erheblich verschärfen.

Finnlands Präsident mahnt zur Besonnenheit

Auf Trumps Äußerungen angesprochen, reagierte der finnische Präsident Alexander Stubb mit einem Appell zur Gelassenheit. Gegenüber CNBC sagte er: „Seien Sie arktischer, seien Sie cooler. Wenn es um die Sicherheit der Arktis geht, haben wir sieben Länder im Bündnis, die arktische Nationen sind."

Stubb verwies dabei auf Finnlands eigene arktische Erfahrung: „Finnland hat 1 Million Soldaten unter arktischen Bedingungen ausgebildet; wir leben im Grunde unter arktischen Bedingungen. Das sollten wir im Hinterkopf behalten." Er plädierte dafür, den von Dänen, Amerikanern und Grönländern eingeleiteten Prozess fortzusetzen.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Lage brisant: Ein möglicher Rückzug amerikanischer Truppen aus Europa würde die Sicherheitsarchitektur des Kontinents grundlegend erschüttern und hätte weitreichende Folgen für die Verteidigungsausgaben der NATO-Mitglieder – darunter auch Deutschland. Die Debatte um höhere Verteidigungsbudgets in Europa dürfte durch Trumps Drohungen neuen Auftrieb erhalten.

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