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Trump drängt auf Notfall-Stromauktion für PJM-Netz wegen KI-Boom

Die US-Regierung fordert eine außerordentliche Stromauktion, um das größte amerikanische Stromnetz vor drohenden Blackouts zu schützen. Der rasante Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt die Energienachfrage in die Höhe.

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Trump drängt auf Notfall-Stromauktion für PJM-Netz wegen KI-Boom

Die Trump-Administration hat am Freitag den größten US-Netzbetreiber PJM Interconnection zu einer Notfall-Stromauktion aufgefordert. Hintergrund ist die rasant steigende Stromnachfrage durch den Boom von Rechenzentren, die das Netz an seine Belastungsgrenzen bringt. PJM versorgt 67 Millionen Kunden in 13 Bundesstaaten sowie Washington, D.C.

Tech-Konzerne sollen Kraftwerke finanzieren

Die geplante Auktion würde Technologieunternehmen wie Amazon und Google verpflichten, neue Kraftwerke über 15-jährige Verträge zu finanzieren. Laut einem Regierungsbeamten könnte dies Investitionen von rund 15 Milliarden US-Dollar in neue Erzeugungskapazitäten anstoßen. Das Konzept namens "Bring Your Own Generation" (BYOG) sieht vor, dass Rechenzentrumsbetreiber für neu gebaute Kapazitäten zahlen müssen, unabhängig davon, ob sie diese tatsächlich nutzen.

Analysten von Jefferies schätzen, dass die Auktion 5 bis 7,5 Gigawatt neuer Kapazität zu Preisen von 2.000 bis 3.000 Dollar pro Kilowatt schaffen könnte. Dies würde den Bau neuer Kraftwerke erheblich beschleunigen und die Versorgungssicherheit stärken.

Gewinner und Verlierer an der Börse

Die Ankündigung sorgte für deutliche Kursbewegungen: Die Aktien von GE Vernova stiegen im vorbörslichen Handel um 3,7 Prozent. Jefferies bezeichnete das Unternehmen als "eindeutigen Gewinner" der Initiative. Auch NRG Energy, PPL Corp, NextEra Energy und weitere Infrastrukturunternehmen dürften profitieren.

Im Gegensatz dazu gaben etablierte Stromversorger nach: Constellation Energy verlor 4,8 Prozent, Vistra 3,7 Prozent. Analysten sehen diese Unternehmen durch die Marktintervention benachteiligt, da sie auf bestehende Anlagen setzen und weniger von Neubauten profitieren würden.

Dramatischer Anstieg der Stromnachfrage

PJM prognostiziert einen massiven Anstieg der Spitzenlast: In den kommenden 15 Jahren soll diese um etwa 70 Gigawatt auf 220 Gigawatt steigen. Der bisherige Rekord lag 2006 bei 165 Gigawatt. Seit 2023 hat PJM mehr als 170 Gigawatt an neuen Erzeugungsanfragen bearbeitet, wovon fast 60 Gigawatt den Studienprozess bereits abgeschlossen haben.

Der Netzbetreiber stellte parallel einen eigenen Plan vor: Große Rechenzentren sollen freiwillig eigene Erzeugungsanlagen bereitstellen oder riskieren, dass ihre Stromversorgung während Spitzenlastzeiten gedrosselt wird. Zudem fordert PJM einen beschleunigten Anbindungspfad für staatlich geförderte Projekte.

Politischer Druck wächst

Die Initiative kommt nicht von ungefähr: Eine kürzliche Auktion hatte Rekordpreise gebracht, die über 800 Prozent höher lagen als im Vorjahr. Dies trieb die Stromrechnungen für Haushalte und Unternehmen massiv in die Höhe und sorgte für politischen Widerstand. Neun Gouverneure kritisierten PJM in einem offenen Brief scharf und drohten mit dem Austritt aus dem regionalen Netz.

Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro brachte die Kritik auf den Punkt: PJM sei "zu verdammt langsam" gewesen, neue Erzeugungsanlagen ans Netz zu lassen, während die Nachfrage steigt. Innenminister Doug Burgum merkte an, PJM habe bisher Glück gehabt, weit verbreitete Stromausfälle vermieden zu haben.

Preisobergrenzen geplant

Das Weiße Haus strebt zudem Preisobergrenzen für bestehende Kraftwerke auf dem PJM-Kapazitätsmarkt an. Dies soll die Kosten für Verbraucher dämpfen, könnte aber die Rentabilität etablierter Stromversorger beeinträchtigen. PJM selbst war nicht zur Veranstaltung im Weißen Haus eingeladen und teilte mit, man prüfe die Vorschläge der Regierung und der Gouverneure.

An der Veranstaltung nahmen neben Präsident Trump auch Energieminister Chris Wright und Innenminister Doug Burgum teil. Trump nutzte die Gelegenheit zudem, seinen Wirtschaftsberater Kevin Hassett zu loben und deutete an, ihn möglicherweise als nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve zu nominieren.

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