Trump-Berater Hassett warnt Fed vor weiteren Zinserhöhungen
Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, hält Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung für einen makroökonomischen Fehler.

Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council und enger Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, hat sich klar gegen weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve ausgesprochen. In einem Interview mit Fox Business am Mittwochmorgen warnte Hassett, dass eine Anhebung der Leitzinsen zur Bekämpfung der aktuellen Preissteigerungen der falsche Ansatz sei. Damit positioniert sich das Weiße Haus erneut in einem offenen Spannungsverhältnis zur unabhängigen Geldpolitik der Fed.
Der von der Fed bevorzugte Inflationsindex – der sogenannte PCE-Deflator (Personal Consumption Expenditures) – liegt derzeit über 4 Prozent und damit deutlich über dem Zielwert der Notenbank von 2 Prozent. Fed-nahe Stimmen, darunter Kevin Warsh, haben betont, dass eine Rückführung der Inflation auf diesen Zielwert nicht verhandelbar sei. Warsh hatte sich im vergangenen Jahr um den Vorsitz der Fed beworben und dabei eine ähnliche Haltung vertreten.
Hassett: Wirtschaft wächst durch „angebotsgetriebenen Boom"
Hassett begründete seine Warnung mit der aktuellen Stärke der US-Wirtschaft. Er argumentierte, dass sich die Wirtschaft inmitten eines „angebotsgetriebenen Booms" befinde – also eines Wachstumsschubs, der nicht durch übermäßige Nachfrage, sondern durch eine Ausweitung des Angebots angetrieben werde. In einem solchen Umfeld seien Zinserhöhungen das falsche Instrument, da sie das Wachstum unnötig abwürgen würden, ohne die eigentlichen Ursachen der Inflation zu bekämpfen.
„Vor diesem Hintergrund ist es schlicht ein makroökonomischer Fehler, die Zinsen zu erhöhen", sagte Hassett in dem Interview. Er verwies dabei auch auf Warsh, dem er eine ähnliche Sichtweise zuschrieb – eine Perspektive, die Warsh bereits im vergangenen Jahr öffentlich vertreten hatte.
Hintergrund: Spannungen zwischen Weißem Haus und Fed
Die Unabhängigkeit der US-Notenbank ist ein zentrales Prinzip der amerikanischen Geldpolitik. Öffentliche Einflussnahme durch Regierungsvertreter auf Zinsentscheidungen der Fed gilt als ungewöhnlich und wird von Ökonomen kritisch beobachtet. Für deutsche Anleger ist diese Debatte von besonderer Relevanz, da die Zinspolitik der Fed maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, den Wechselkurs des US-Dollars und damit auch auf europäische Aktien und Anleihen hat.
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Zur AktienanalyseDie Aussagen von Hassett verdeutlichen, dass innerhalb der Trump-Administration eine klare Präferenz für niedrigere Zinsen besteht – ungeachtet der nach wie vor erhöhten Inflationsrate. Ob und wie die Fed auf diesen politischen Druck reagiert, bleibt abzuwarten. Die Notenbank betont traditionell ihre Unabhängigkeit von politischen Weisungen und orientiert sich ausschließlich an ihrem Doppelmandat: Preisstabilität und maximale Beschäftigung.
Für Investoren bedeutet das aktuelle Umfeld erhöhte Unsicherheit. Solange die Inflation deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Fed verharrt und gleichzeitig politischer Druck gegen Zinserhöhungen aufgebaut wird, dürfte die Debatte über den künftigen geldpolitischen Kurs in den USA weiter an Intensität gewinnen.


