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Trump beeinflusst europäische und US-Aktienmärkte

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Trump beeinflusst europäische und US-Aktienmärkte

Die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zeigen wenig Verständnis für die Euphorie an der Wall Street, die durch den erwarteten Wahlsieg von Donald Trump ausgelöst wurde. Der DAX steht vor dem dritten Tagesverlust in Folge. Normalerweise folgt der DAX den Bewegungen des Dow Jones, doch seit dem gescheiterten Attentat auf Trump und den gestiegenen Wahlchancen des Republikaners ist dies nicht mehr der Fall. Während der US-Aktienindex Dow Jones am Dienstag um 1,9 Prozent zulegte und einen neuen Rekordschlussstand erreichte, notiert der DAX am Nachmittag 0,5 Prozent im Minus bei 18.480 Punkten. Zwischenzeitlich war der deutsche Leitindex auf 18.348 Punkte abgerutscht.

Aus technischer Sicht ist es entscheidend, die 50-Tage-Linie bei 18.477 Punkten per Tagesschlusskurs zu verteidigen, um größeren Schaden vom deutschen Börsenbarometer abzuwenden. Während die US-Standardwerte von der Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundliche Politik unter einer erneuten Trump-Administration profitieren, befürchten europäische Marktteilnehmer, dass ihre Unternehmen unter einer "America First"-Politik leiden könnten. Der Dow Jones hat mit einem weiteren Rekordstand den Handelstag begonnen und hält sich bei 41.000 Punkten knapp im Plus. Der US-Leitindex hat seit Jahresbeginn 8,7 Prozent zugelegt, während der Nasdaq 100 um 21 Prozent und der S&P 500 um fast 19 Prozent gestiegen sind. Selbst der DAX hat mit einem Plus von 10,5 Prozent besser abgeschnitten als der Dow.

Die jüngsten Daten zur Industrieproduktion wirken jedoch dämpfend auf den US-Markt, da sie die Hoffnungen auf Zinssenkungen schwächen. Im Juni stieg die Produktion um 0,6 Prozent, mehr als die erwarteten 0,3 Prozent. Am Abend wird der Konjunkturbericht der US-Notenbank Federal Reserve erwartet. Die morgige Zinssitzung der Europäischen Zentralbank könnte ebenfalls eine Rolle bei der relativen Schwäche des deutschen Marktes spielen. Experten der Landesbank Helaba sprechen von einer möglichen Zurückhaltung im Vorfeld der EZB-Entscheidung. Ulrike Kastens, DWS-Volkswirtin Europa, betont die hohe Datenabhängigkeit der Währungshüter.

An der Wall Street stieg die Aktie von Johnson & Johnson trotz einer Senkung des Gewinnziels für das laufende Jahr. Der Konzern erwartet für 2024 ein bereinigtes operatives Ergebnis von 10,00 bis 10,10 Dollar je Aktie. Der Gewinn je Aktie legte im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 2,82 Dollar zu, der Umsatz stieg um 4,3 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar. Der Goldpreis erreichte ein Rekordhoch von 2.482 Dollar pro Feinunze, angetrieben von der Hoffnung auf eine Zinssenkung in den USA im September. Analyst Tim Waterer sieht den Preisbereich von 2.500 Dollar als nächstes Ziel. Die Ölpreise stiegen am Nachmittag auf 84,78 Dollar pro Barrel, nachdem sie zuletzt rückläufig waren.

Im DAX stieg die Aktie von Adidas auf den höchsten Stand seit Februar 2022. Der Sportartikelhersteller erhöhte seine Prognosen für das laufende Jahr, das Betriebsergebnis soll nun rund eine Milliarde Euro erreichen. Die Aktie von Daimler Truck gehörte hingegen zu den größten Verlierern, da der Nutzfahrzeughersteller seine Prognose für das Gesamtjahr nach einer Abschreibung in China überprüft. RWE sicherte sich eine Lizenz für ein großes Windpark-Projekt vor der Küste Australiens. Der Versicherer Allianz plant eine milliardenschwere Übernahme in Singapur, um sein Asiengeschäft zu stärken. Bayer erzielte mit seinem Medikament Nubeqa einen Studienerfolg bei Prostatakrebs.

Im MDAX verzeichnete Lanxess nach vorläufigen Zahlen einen Kursgewinn, das bereinigte operative Ergebnis im zweiten Quartal stieg um 69 Prozent auf 181 Millionen Euro. Die Parfümeriekette Douglas hob nach dem dritten Quartal ihre Jahresziele an, der Umsatz soll um rund 8,5 Prozent wachsen. Pernod Ricard plant, sich von seinem Weinportfolio zu trennen und sich auf das Geschäft mit Spirituosen zu konzentrieren. Der Chip-Zulieferer ASML meldete ein starkes Quartalsergebnis über den Markterwartungen, der Umsatz lag bei 6,2 Milliarden Euro, der Reingewinn bei 1,6 Milliarden Euro.

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