Trump ändert Zölle auf Stahl-, Aluminium- und Kupferimporte per Proklamation
US-Präsident Donald Trump hat eine Proklamation unterzeichnet, die Zölle auf bestimmte Metall- und Derivatimporte neu regelt.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag eine Proklamation unterzeichnet, mit der die auf Grundlage von Sektion 232 verhängten Zölle auf bestimmte Importe von Aluminium, Stahl und Kupfer geändert werden. Dies teilte das Weiße Haus mit. Die Anpassungen betreffen eine Reihe von Derivatprodukten und treten für Waren in Kraft, die ab dem 8. Juni importiert oder aus Zolllagern entnommen werden.
Die Proklamation senkt die Zölle auf ausgewählte Stahl- und Aluminiumderivate spürbar ab. Bestimmte Arten von Landmaschinen sowie Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen für Wohngebäude werden künftig mit 15% statt bisher 25% belastet. Damit halbiert sich die Zollbelastung für diese Produktgruppen nahezu.
Auch mobile Industrieausrüstung wie Planierraupen und Gabelstapler profitiert von der Neuregelung. Für diese Geräte gilt ein Zollsatz von 15%, allerdings nur, „sofern sie aus Ländern mit Handelsabkommen importiert werden, die Anspruch auf eine solche Behandlung haben", wie das Weiße Haus erklärte.
Anreize für Investitionen in US-Produktion
Ein weiterer Bestandteil der Proklamation schafft Anreize für ausländische Unternehmen, verstärkt auf in den USA produzierte Materialien zu setzen. Firmen können sich für einen reduzierten Zollsatz von 10% qualifizieren, wenn „ihre Investitionsgüter gewichtsmäßig zu mindestens 85% aus in den USA geschmolzenem und gegossenem Stahl oder Aluminium bestehen". Diese Regelung zielt darauf ab, die heimische Stahl- und Aluminiumproduktion zu stärken.
Gleichzeitig führt die Anordnung zwei neue Kategorien von Importprodukten ein, die einem Zollsatz von 25% unterliegen. Betroffen sind Stahlregale sowie lithografische Platten aus Aluminium. Diese Produkte werden damit erstmals explizit in das Zollregime nach Sektion 232 einbezogen.
Geltungsdauer bis Ende 2027
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Änderungen sind zeitlich begrenzt und bleiben bis zum 31. Dezember 2027 in Kraft. Das Weiße Haus begründete die Laufzeit damit, „kurzfristige Investitionen anzukurbeln, die die industrielle Basis des Landes wieder aufbauen werden". Die Sektion 232 des US-Handelsgesetzes erlaubt es dem Präsidenten, Zölle aus Gründen der nationalen Sicherheit zu verhängen – ein Instrument, das Trump bereits in seiner ersten Amtszeit intensiv genutzt hatte.
Für deutsche und europäische Unternehmen, die Stahl-, Aluminium- oder Kupferprodukte in die USA exportieren, sind die Änderungen von unmittelbarer Relevanz. Je nach Produktkategorie und Herkunftsland können sich die Zollbelastungen nun deutlich verschieben. Unternehmen mit bestehenden Handelsabkommen zwischen der EU und den USA könnten von den reduzierten Sätzen profitieren, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.


