Trump als Wahlhelfer der kanadischen Liberalen
Ein Tweet löst Empörung aus und wendet das Blatt für Mark Carney

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat mit seiner Partei „Liberals“ die Parlamentswahl gewonnen. Der Wahlsieg wurde maßgeblich durch eine provokante Äußerung des US-Präsidenten Donald Trump beeinflusst, der sich am Wahltag auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social zu Wort meldete. Trump forderte „freien Zugang ohne Grenze“ und sprach sich sinngemäß dafür aus, Kanada in die Vereinigten Staaten zu integrieren. Diese Aussage löste in Kanada Empörung aus und spielte Carney in die Karten.
Die Liberalen galten über Jahre hinweg als chancenlos. Die Unzufriedenheit mit Carneys Vorgänger Justin Trudeau hatte zugenommen, insbesondere durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und den spürbaren Anstieg der Lebenshaltungskosten. Der konservative Parteichef Pierre Poilievre sah sich bereits als künftiger Premierminister. Mit einer an Trump orientierten Rhetorik hatte er Umfragewerte erreicht, die ihn zeitweise deutlich vor die Liberalen setzten.
Doch Trumps Einmischung veränderte den Wahlkampf schlagartig. Seine Äußerungen stießen viele Kanadier ab und führten zu einem Umschwung in der politischen Stimmung. Poilievre reagierte zunächst zögerlich. Ein Teil seiner Wählerschaft zeigte Sympathien für Trump, weshalb er sich nicht eindeutig positionieren wollte. Diese Zurückhaltung wurde von vielen Wählern negativ bewertet. Die politische Mitte wandte sich zunehmend von den Konservativen ab.
Carney, der erst vor wenigen Wochen das Amt übernommen hatte, nutzte die Gelegenheit. Ihm gelang es, sich als souveräner Staatsmann zu präsentieren, der auch schwierige Gespräche mit Washington nicht scheute. Als Trump kurz nach dem Wahltag neue globale Zölle verkündete, blieb Kanada verschont – ein Erfolg, der Carney zugeschrieben wurde. Mit einem Anruf beim US-Präsidenten hatte er offenbar Einfluss auf diese Entscheidung genommen.
Der Wahlausgang gilt als bemerkenswert. Üblicherweise wechseln die Kanadier nach rund zehn Jahren die Regierungspartei, und Trudeau war 2015 ins Amt gekommen. Dennoch gelang es den Liberalen, ihre Position zu halten und sogar auszubauen. Trotz weltweit verbreiteter Verluste amtierender Regierungen bei Wahlen behauptete sich Carney gegen diesen Trend.
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Zur AktienanalyseDie Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Kanada sieht sich mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert, das Verhältnis zu den USA ist belastet. Dennoch konnte Carney unter Beweis stellen, dass er in der Lage ist, auf internationalem Parkett zu bestehen und innenpolitisch Stabilität zu sichern.


