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Trippelschritt im Leitindex: Krisen drücken, Bilanzsaison soll liefern

Der aktuelle Marktbericht von Aktien.news

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Trippelschritt im Leitindex: Krisen drücken, Bilanzsaison soll liefern

Gold marschiert über 5.000 Dollar – während der DAX daneben wirkt, als würde er auf Zehenspitzen durchs Minenfeld laufen. Ein Plus steht am Ende zwar auf der Tafel, doch die eigentliche Botschaft dieses Montags lautet: Risiko bleibt das beherrschende Thema.

Der Leitindex startete wacklig, fing sich im Verlauf aber wieder und schloss 0,13 Prozent höher bei 24.933 Punkten. Damit sind die frühen Verluste zwar abgehakt – das zwei Wochen alte Rekordhoch von 25.507 Punkten rückt dennoch nicht näher. Schon am Freitag hatte der DAX nur zögerlich zugelegt: plus 0,2 Prozent bei 24.900 Punkten.

Geopolitik bremst, Konjunktur hilft nicht

Die Gemengelage bleibt unruhig. Zwar beruhigte sich die Lage zuletzt, nachdem der US-Präsident beim Wirtschaftsforum in Davos bei seinen Androhungen rund um Grönland und Strafzölle wieder zurückruderte. Doch aus Sicht der Helaba ist damit keine Entwarnung verbunden. Nach Venezuela und Grönland steht nun auch der Iran wieder als drohender Konfliktherd im Fokus – eine Kulisse, die Anleger eher zum Abwarten erzieht als zum Kaufen.

Von der Konjunktur kam ebenfalls kein Rückenwind. Das ifo-Geschäftsklima verharrte im Januar bei 87,6 Punkten, erwartet worden waren 88,2. „Gemessen an den immensen Schuldenplänen der Politik ist das eine Enttäuschung“, kommentierte Alexander Krüger von Hauck Aufhäuser Lampe. Die Frage drängt sich auf: Wenn schon die Stimmungsindikatoren nicht anspringen – woher soll dann der nächste Schub für den Markt kommen?

Berichtssaison und Fed als Zündfunken

Genau deshalb richtet sich der Blick so stark auf die laufende Berichtssaison. In Deutschland stehen am Donnerstag die Jahreszahlen von SAP, der Deutschen Bank und der Fondstochter DWS an. In den USA legen am Mittwoch und Donnerstag Apple, Microsoft, Tesla und Meta ihre Zahlen vor – vier Konzerne, die laut Marktkommentar zusammen über 16 Prozent des S&P 500 ausmachen. Viel Gewicht auf engem Raum: Der Einfluss auf die Gesamtstimmung ist entsprechend groß.

Zusätzlich wartet der Markt auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch. Mit einer Fortsetzung der Lockerungspolitik rechnen Analysten zwar nicht – entscheidend werden Hinweise, wie die Notenbank in den kommenden Monaten agieren könnte. Commerzbank-Ökonom Michael Pfister erwartet, dass die Debatten um weitere Zinssenkungen in der kommenden Woche wieder an Fahrt aufnehmen. Ob der Fed-Kompass reicht, um die Nervosität zu dämpfen?

Gold setzt den Kontrapunkt

Während Aktien zögern, setzt Gold ein Ausrufezeichen: Der Höchstwert liegt bei 5.111 Dollar, die 5.000-Dollar-Marke ist erstmals überschritten. Die Begründung passt zur Stimmungslage: Gold gilt als Krisenwährung, gesucht als Schutz bei geopolitischer Unsicherheit, wirtschaftlichen Risiken oder Inflation. Dazu kommen die Käufe vieler Zentralbanken, die ihre Reserven unabhängiger vom Dollar machen wollen. Für den Markt ist das mehr als ein schöner Nebensatz – es ist ein Signal, wie tief die Verunsicherung sitzt.

Rheinmetall, OHB und ein Milliardenprojekt

Auffällig wurde im DAX ausgerechnet Rheinmetall: Nach starkem Start rutschte die Aktie ans Ende des Leitindex. Hintergrund sind Berichte von Handelsblatt und Financial Times, wonach sich der Konzern gemeinsam mit dem Bremer Satellitenhersteller OHB um das bislang größte Satellitenprojekt der Bundeswehr bewerben will – ein militärisches Kommunikationsnetzwerk mit mindestens hundert Satelliten, das bis 2029 einsatzbereit sein soll. Der Auftragswert könnte bei acht bis zehn Milliarden Euro liegen; als weiterer Bewerber wird Airbus genannt. Die Börse honorierte vor allem OHB: Die Aktie gewann über 30 Prozent.

Entscheidend wird nun, ob aus den Hoffnungsträgern dieser Woche – Zahlenflut, Fed-Signale, Großprojekt-Fantasie – mehr entsteht als kurzfristige Bewegung. Oder bleibt der DAX erst einmal bei seinem Trippelschritt, während Gold weiter davonläuft?

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