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Traton prüft neuen Batteriestandort für Elektro-Lkw

Salzgitter, Krakau und Zwolle als mögliche Standorte, Entscheidung im Herbst erwartet.

Traton prüft neuen Batteriestandort für Elektro-Lkw

Die VW-Lkw-Tochter Traton prüft derzeit den Bau einer weiteren Batteriefabrik für Elektro-Lastwagen ihrer Marken MAN und Scania. In Betracht kommen als mögliche Standorte Salzgitter in Deutschland, Krakau in Polen oder Zwolle in den Niederlanden, wie ein MAN-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Diese Überlegungen befinden sich jedoch noch in einer frühen Phase, und eine Entscheidung über den Bau eines eigenen Werks wird voraussichtlich erst im Herbst fallen. Die Produktion könnte frühestens Anfang der 2030er-Jahre beginnen. Alternativ könnte Traton auch den Zukauf von Batterien von einem Zulieferer in Erwägung ziehen.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies zeigte sich optimistisch, den neuen Traton-Standort nach Salzgitter holen zu können. Er betonte, dass Niedersachsen und insbesondere Salzgitter ideale Bedingungen für den Standort bieten würden. In Salzgitter errichtet Volkswagen bereits eine eigene Batteriezellfabrik, die ab 2025 in Betrieb gehen soll. Zudem betreibt MAN dort ein Komponentenwerk, das bislang vor allem Achsen produziert.

Im Gegensatz dazu hat der Stuttgarter Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck den Bau seines ersten Batteriezellwerks in den USA begonnen. Gemeinsam mit Partnern entsteht die Anlage im Bundesstaat Mississippi. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant. Das Gemeinschaftsunternehmen Amplify Cell Technologies wurde im September des vergangenen Jahres angekündigt und umfasst eine Partnerschaft mit Accelera, einer Sparte des US-Motorenherstellers Cummins, sowie dem US-Lkw-Hersteller Paccar. Auf dem 500 Hektar großen Gelände in Byhalia soll eine Anlage mit einer jährlichen Produktionskapazität von 21 Gigawattstunden entstehen, was für etwa 35.000 Elektro-Lastwagen ausreichen würde. In der Fabrik sollen über 2.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Für Traton wäre das neue Werk der dritte eigene Batteriestandort nach Södertälje in Schweden und Nürnberg in Deutschland. In Södertälje startete die Produktion im September 2023, und die Eröffnung der MAN-Batteriefabrik in Nürnberg ist für 2025 geplant. Dort wird im Herbst das Richtfest gefeiert. Im Gegensatz zu Daimler Truck und Volkswagen werden in Nürnberg keine Batteriezellen produziert, sondern die Zellen extern zugekauft und zu Batterien zusammengesetzt. In Nürnberg sollen jährlich bis zu 100.000 Batteriemodule entstehen, ausreichend für etwa 20.000 Elektro-Lastwagen. Eine ähnliche Kapazität ist auch für den neuen Standort vorgesehen, wobei das Investitionsvolumen bei rund 200 Millionen Euro liegen soll.

Angesichts des geplanten Hochlaufs der Elektro-Lkw-Produktion wird bereits jetzt deutlich, dass die Kapazitäten der bestehenden Werke in den 2030er-Jahren nicht mehr ausreichen werden. Daher prüft Traton bereits jetzt den Ausbau der Batterieproduktion. Anders als die bisherigen Fabriken soll der neue Standort beide Marken, MAN und Scania, beliefern. MAN plant, noch in diesem Jahr mit der Auslieferung des neuen Elektro-Lasters eTGX zu beginnen, und im kommenden Jahr sollen 1.500 Stück verkauft werden. Bis 2040 will MAN jeden zweiten Lkw mit Elektroantrieb ausliefern, was etwa 40.000 Einheiten pro Jahr entsprechen würde.

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