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Trader setzen auf Nebenwerte für den nächsten großen Kurssprung

Ein Optionshändler investiert fast 20 Millionen Dollar in einen Russell-2000-Strangle und wettet auf eine starke Bewegung bei Small Caps.

Trader setzen auf Nebenwerte für den nächsten großen Kurssprung

Am US-Optionsmarkt sorgt ein milliardenschwerer Trade für Aufsehen: Ein Händler hat im Russell 2000 IWM ETF fast 20 Millionen US-Dollar in eine sogenannte Strangle-Position investiert. Diese Wette profitiert von einer starken Kursbewegung in beide Richtungen – mit einer leichten Tendenz zur Unterseite. Der Trade signalisiert, dass Nebenwerte (Small Caps) die nächste große Marktbewegung anführen könnten.

Konkret gab der Händler 11 Millionen Dollar für den Kauf von 15.000 Puts mit einem Basispreis von 270 und Fälligkeit Mitte Dezember aus. Weitere 7 Millionen Dollar flossen in die gleiche Anzahl an Calls mit einem Basispreis von 335 und derselben Laufzeit. Ein Strangle ist eine Optionsstrategie, bei der gleichzeitig ein Put und ein Call auf denselben Basiswert gekauft werden – der Trader setzt dabei nicht auf eine bestimmte Richtung, sondern auf eine deutliche Kursbewegung überhaupt. Der Trade erzielt Gewinne, wenn der Small-Cap-ETF bis zum 18. Dezember entweder um 14% steigt oder um 11% fällt.

Technologieriesen verlieren an Glanz

Der Hintergrund für diesen Trade ist die aktuelle Stimmung an den US-Märkten. Das sogenannte „Buying the dips and selling the rips" – also das Kaufen bei Kursrücksetzern und Verkaufen bei Kursspitzen – dominierte den gesamten Sommer über den S&P 500. Der VIX, das wichtigste Maß für die Marktvolatilität, notiert auf jüngsten Tiefständen. Die wilden spekulativen Call-Käufe im Technologiesektor, die den Markt zuvor schnell in beide Richtungen getrieben hatten, haben spürbar nachgelassen.

Da der Markt stark auf Technologiewerte ausgerichtet ist, warten Händler auf neue Impulse aus dieser Gruppe. Während der mächtige Nasdaq-100 auf der Stelle tritt, klettert der Russell 2000 stetig nach oben. Der Small-Cap-Index liegt in diesem Jahr bereits 20% im Plus – verglichen mit einem Zuwachs von 18% beim Nasdaq. Das ist eine bemerkenswerte Outperformance, die Investoren aufhorchen lässt.

„Es könnte sein, dass der Glanz verflogen ist und bei den Mega-Cap-Technologiewerten endlich eine Erschöpfung eintritt", sagte Eric Kuby, Chief Investment Officer bei North Star Investment Management, einer auf Small Caps spezialisierten Investmentgesellschaft in Chicago. „Die Anleger suchen nach anderen Anlagemöglichkeiten, und ich habe Prognosen für ein Gewinnwachstum von mehr als 20% bei Small Caps gesehen."

Russell 2000: Historisch starke Quartalsbewegung

Die Stärke der Nebenwerte ist kein kurzfristiges Phänomen. Die Rally des Russell 2000 von 21% im zweiten Quartal war laut einer Analyse von Strategas Research Partners die achtgrößte Quartalsbewegung in der Geschichte des Index und das stärkste Ergebnis seit dem Jahr 2020. Das unterstreicht, wie bedeutsam die aktuelle Bewegung aus historischer Perspektive ist.

Bemerkenswert ist zudem, dass sich Small Caps in diesem Jahr auch trotz steigender Renditen von US-Staatsanleihen gut behauptet haben. Steigende Anleiherenditen gelten traditionell als eine der Achillesfersen von Nebenwerten, da viele dieser Unternehmen stärker auf Fremdkapital angewiesen sind und höhere Zinsen ihre Finanzierungskosten belasten. Dass der Russell 2000 diese Belastung bislang wegsteckt, wertet mancher Marktteilnehmer als Zeichen struktureller Stärke.

Auch Regionalbanken zeigen sich robust: Der KRE ETF, der US-Regionalbanken abbildet, hat seit Jahresbeginn 15% zugelegt. Zum Vergleich: Der Finanzsektor im S&P 500 legte im gleichen Zeitraum lediglich 1% zu. Für deutsche Anleger, die in US-Aktien investiert sind, lohnt sich damit ein genauerer Blick auf den Small-Cap-Sektor – auch wenn die Volatilität in diesem Segment traditionell höher ausfällt als bei Large Caps.

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