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Trade Republic erhält Vollbanklizenz

Ein Meilenstein für das Fintech: Neue Chancen und Herausforderungen auf dem Finanzmarkt

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Trade Republic erhält Vollbanklizenz

Das Berliner Fintech-Unternehmen Trade Republic hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Es wurde offiziell zur Vollbank erklärt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem Unternehmen die entsprechende Lizenz erteilt, wie es heute bekannt wurde.

Für Trade Republic und seine Kunden markiert diese Vollbanklizenz einen entscheidenden Schritt. Christian Hecker, einer der Mitgründer von Trade Republic, bezeichnete sie als "absolutes Gütesiegel" und betonte ihre Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens. "Die Vollbanklizenz ist einer der wichtigsten Meilensteine in unserer Geschichte, vielleicht sogar der wichtigste seit der Gründung des Unternehmens", erklärte Hecker gegenüber dem Handelsblatt.

Trade Republic ist eines der größten und wertvollsten deutschen Fintechs und wurde 2015 von Christian Hecker, Marco Cancellieri und Thomas Pischke ins Leben gerufen. Das Unternehmen vermeldet stolz über eine Million Kunden in 17 europäischen Ländern, eine Zahl, die bereits seit April 2021 bekannt ist.

Bisher verfügte Trade Republic lediglich über eine Wertpapierhandelsbanklizenz, die es ermöglichte, Wertpapierhandel und Investitionen in Aktien und ETFs anzubieten. Kundenkonten wurden bei Partnerbanken wie Citibank Europe, Deutsche Bank, Solaris und JP Morgan geführt. Die Vollbanklizenz eröffnet nun die Möglichkeit, umfassendere Bankdienstleistungen wie Giro- und Tagesgeldkonten sowie Kreditgeschäfte anzubieten.

Obwohl Trade Republic nun in der Lage ist, diese Dienstleistungen selbst anzubieten, plant das Unternehmen vorerst, weiterhin mit seinen Partnerbanken zusammenzuarbeiten. Der Fokus soll nach wie vor auf dem "einfachen, sicheren und günstigen Vermögensaufbau" liegen, erklärte Hecker. Als Vorbild für die zukünftige Ausrichtung nennt er den US-Finanzkonzern Charles Schwab, der eine breite Palette von Finanzdienstleistungen anbietet und eine ähnliche Entwicklung in Europa anstrebt.

Die Vollbanklizenz eröffnet Trade Republic auch neue Ertragsquellen, die das Unternehmen künftig nutzen möchte. Details dazu wurden noch nicht bekannt gegeben, aber Hecker verspricht, dass es im kommenden Jahr neue Produkte geben wird. Damit könnte Trade Republic unabhängiger von Einnahmen aus "Payment for Order Flows" (PFOF) werden, die europaweit ab Juli 2026 verboten sind.

Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass es in der Lage ist, etablierte Onlinebanken wie ING Deutschland, Deutsche Kreditbank und N26 herauszufordern. Mit attraktiven Zinssätzen für Kundenkonten konnte es eine starke Kundenbasis aufbauen und gehört weiterhin zu den Spitzenanbietern in diesem Bereich.

Trade Republic hat in weniger als zwei Jahren hart daran gearbeitet, die Vollbanklizenz zu erhalten, und den Antrag im Jahr 2022 bei den Behörden eingereicht. Besonders die Überprüfung der Eigentümerstruktur hat Zeit in Anspruch genommen. Im Rahmen dieses Prozesses wurden alle Investoren mit einem Anteil von mehr als zehn Prozent überprüft.

Um sich für die Zukunft zu rüsten, hat Trade Republic nun auch einen Prüfungsausschuss berufen. Dieser Schritt unterstreicht das Bestreben des Unternehmens, sich zu regulieren und sich von Wettbewerbern abzuheben. In einem Marktumfeld, das von ständiger Beobachtung und Regulierung geprägt ist, kann eine Bafin- oder EZB-Lizenz als wertvolle Währung angesehen werden.

Die Verleihung der Vollbanklizenz erfolgt kurz vor dem fünften Geburtstag von Trade Republic, und das Unternehmen kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Trotz eines Fehlbetrags von 145 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2021/22 plant das Unternehmen für das Jahr 2023 ein deutlich zweistelliges Wachstum, wie Hecker bestätigte. Konkrete Zahlen wurden jedoch nicht genannt. Trade Republic befindet sich zweifellos in einer aufregenden Phase seiner Entwicklung und dürfte weiterhin die Finanzbranche in Europa prägen.

BankensektorTrade Republic

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