Toyota erzielt Gewinnsprung durch schwachen Yen
Testskandal und Zinserhöhung belasten Aktie des Autobauers

Der japanische Automobilhersteller Toyota hat trotz der Schwierigkeiten durch einen Testskandal, der zu Produktionsverzögerungen führte, einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnet. Im Zeitraum von April bis Juni konnte das Unternehmen seinen Betriebsgewinn um 17 Prozent auf 1,3 Billionen Yen steigern, was etwa 8,1 Milliarden Euro entspricht. Diese positive Entwicklung wurde hauptsächlich durch Kostensenkungen und günstige Währungseffekte, insbesondere durch den schwachen Yen, ermöglicht. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Gewinnmarge des Unternehmens von 10,6 auf 11,1 Prozent.
Trotz dieser positiven Bilanz sah sich Toyota jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Der Skandal um unzureichende Zertifizierungen, bei dem insbesondere die Tochtergesellschaften Daihatsu und Hino betroffen waren, führte zu einem signifikanten Rückgang der Produktion. Aufgrund gefälschter Testdaten stoppte Toyota die Produktion einiger Modelle für den japanischen Markt, was zu einem Rückgang des Absatzes in Japan um 21 Prozent führte. Zudem erhielt das Unternehmen eine Rüge vom Ministerium, nachdem festgestellt wurde, dass sieben weitere Modelle die Vorgaben beim Zertifizierungsprozess nicht erfüllten.
Die positiven Währungseffekte trugen entscheidend zum Betriebsgewinn bei. Der drastische Wertverlust des Yens führte zu einem Gewinn von 370 Milliarden Yen. Der schwache Yen erhöhte die Umsätze und Gewinne aus dem Auslandsgeschäft bei der Umrechnung. Auch der Quartalsumsatz stieg um zwölf Prozent auf 11.838 Milliarden Yen, was etwa 73 Milliarden Euro entspricht. Dennoch erlebte die Toyota-Aktie einen Rückgang um 8,5 Prozent auf 2699 Yen. Dies geschah vor dem Hintergrund eines unerwarteten Zinsschritts der japanischen Notenbank, die am Mittwoch die Zinsen auf 0,25 Prozent erhöhte. Diese Maßnahme trug zu einem Anstieg des Yen bei, der Anfang Juli begonnen hatte. Der Dollar fiel unter die Marke von 150 Yen und lag mehr als sieben Prozent unter dem Stand vom 10. Juli.
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