TotalEnergies streicht Investitionen und verkauft Beteiligungen
Sparkurs soll Schulden senken, doch Anleger bleiben skeptisch

Der französische Energiekonzern TotalEnergies hat mit seinem angekündigten Sparkurs die Bedenken der Anleger über die steigende Verschuldung nicht zerstreuen können. Nach der Präsentation der neuen Finanzstrategie durch Vorstandschef Patrick Pouyanne sanken die Aktien des Unternehmens um zwei Prozent. Der Konzern plant, die jährlichen Investitionsausgaben zwischen 2027 und 2030 um eine Milliarde US-Dollar zu senken und damit auf ein Niveau von 15 bis 17 Milliarden US-Dollar zu bringen. Ziel ist es, insgesamt 7,5 Milliarden US-Dollar einzusparen und sich an das Umfeld niedrigerer Ölpreise anzupassen. Auch die Rückkäufe eigener Aktien sollen künftig reduziert werden.
Pouyanne erklärte vor Investoren, dass das Wachstum mit geringeren Ausgaben für Investitionen und Betrieb erreicht werden könne. Analysten von RBC bezeichneten die Maßnahmen jedoch als eher begrenzt und warnten, dass das Unternehmen angesichts niedrigerer Rohstoffpreise Schwierigkeiten haben könnte, die Verschuldung auf dem aktuellen Niveau zu halten.
Um Liquidität zu schaffen, hat TotalEnergies den Verkauf eines 50-Prozent-Anteils an einem US-Solarportfolio mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt an die Investmentfirma KKR vereinbart. Der Deal bringt dem Konzern 950 Millionen US-Dollar ein. Insgesamt sollen durch den Verkauf verschiedener Beteiligungen bis Jahresende 3,5 Milliarden US-Dollar erlöst werden. Damit will TotalEnergies die Kosten von mehr als drei Milliarden US-Dollar aus jüngsten Akquisitionen ausgleichen, die die Nettoverschuldung im ersten Halbjahr 2025 mehr als verdoppelt haben.
Das Unternehmen plant zudem, sich aus Stromgeschäften in Märkten außerhalb der USA, Europas, Großbritanniens und Brasiliens zurückzuziehen. Davon betroffen sind auch die Aktivitäten in Indien, wo bislang ein Viertel der Erneuerbare-Energien-Kapazitäten gemeinsam mit der Adani Group betrieben wird. Pouyanne erklärte, die vorhandenen Kapazitäten im Bereich erneuerbarer Energien seien ausreichend, zeigte jedoch weiterhin Interesse am Erwerb von Gaskraftwerken, die als Reserve für Wind- und Solarstrom dienen.
Parallel dazu erwirbt TotalEnergies einen 49-Prozent-Anteil an den Gasfeldern des Unternehmens Continental Resources im US-Bundesstaat Oklahoma. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
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Zur AktienanalyseDer Verkauf von Vermögenswerten gestaltet sich allerdings schwierig. Der französische Konzern konnte zwar kürzlich einen Ölfeldanteil für 510 Millionen US-Dollar an Shell veräußern, doch zwei weitere Transaktionen sind gescheitert. Der geplante Verkauf nigerianischer Ölvorkommen im Wert von 860 Millionen US-Dollar platzte, weil der Käufer Chappal Energies keine ausreichende Finanzierung sichern konnte. In Großbritannien brach der Verkauf der Gasfelder westlich der Shetlandinseln zusammen, nachdem die Prax Group Insolvenz angemeldet hatte.
Die Verschuldung von TotalEnergies ist in der ersten Jahreshälfte von rund acht auf 18 Prozent des Eigenkapitals gestiegen. Einschließlich Leasingverpflichtungen und hybrider Finanzinstrumente liegt die Quote bei 28 Prozent. Die Quartalsergebnisse fielen im Sommer auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Pouyanne kündigte an, den Verschuldungsgrad bis Jahresende auf 15 Prozent senken zu wollen und bezeichnete eine Quote unter 20 Prozent als akzeptabel.


