TotalEnergies erwartet Gewinnrückgang im dritten Quartal
Niedrigere Ölpreise belasten Ergebnis, während Raffineriemargen deutlich steigen

Der französische Energiekonzern TotalEnergies rechnet für das dritte Quartal mit einem Rückgang seiner Ergebnisse. Trotz gestiegener Raffineriemargen und Einnahmen aus Vermögensverkäufen konnten niedrigere Ölpreise und eine schwächere Produktion von Flüssigerdgas (LNG) die Bilanz nicht stützen. Das Unternehmen erklärte, dass die verbesserten Margen bei der Verarbeitung von Rohöl den Preisrückgang an den Energiemärkten nicht vollständig ausgleichen konnten.
Im europäischen Raffineriegeschäft erzielte TotalEnergies im dritten Quartal eine durchschnittliche Marge von 63 Dollar pro Tonne und damit mehr als das Dreifache des Vorjahreswerts. Der Anstieg resultierte vor allem aus einer höheren Dieselnachfrage während der Fahrsaison sowie einer reduzierten Versorgung, nachdem die Europäische Union den Import von aus russischem Öl hergestellten Kraftstoffen verboten hatte. Diese Entwicklung verschaffte den europäischen Raffinerien eine kurzfristige Entlastung und führte zu einer deutlich besseren Auslastung der Anlagen.
Das Unternehmen steht unter dem Druck, seine Verschuldung nach umfangreichen Investitionen im ersten Halbjahr zu senken. TotalEnergies hatte rund 3,5 Milliarden Dollar in Übernahmen investiert. Konzernchef Patrick Pouyanne kündigte bereits im Juli an, den Schuldenabbau voranzutreiben. Dies soll unter anderem durch höhere Einnahmen aus dem Verkauf von Vermögenswerten, durch den Handel mit Strom und Gas sowie durch stabile Raffinerieerträge erreicht werden. Nach Unternehmensangaben dürfte sich die sogenannte Gearing-Ratio – das Verhältnis von Nettoschulden zu Eigenkapital – bis Ende des dritten Quartals um 0,5 bis 1 Prozentpunkt gegenüber dem Ende des zweiten Quartals verbessern.
Der Ölpreis für die Sorte Brent lag im Zeitraum von Juli bis September bei durchschnittlich 69,1 Dollar pro Barrel und damit rund 14 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Analysten erwarten, dass sich dieser Abwärtstrend im kommenden Jahr fortsetzen könnte. Angesichts dieser Prognosen bereiten sich TotalEnergies und andere große Ölkonzerne darauf vor, ihre Aktienrückkäufe zu reduzieren und ihre Ausgaben zu straffen, um auf mögliche Gewinnrückgänge zu reagieren.
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Zur AktienanalyseDie Nettoinvestitionen des französischen Konzerns beliefen sich im dritten Quartal nach Unternehmensangaben auf rund 3 Milliarden Dollar. Davon entfielen etwa 500 Millionen Dollar auf Erlöse aus Veräußerungen, die über die Ausgaben für neue Übernahmen hinausgingen. Damit versucht TotalEnergies, seine Kapitalstruktur zu stabilisieren und zugleich den Übergang in ein Umfeld geringerer Energiepreise abzufedern.


