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Tornado trifft Rivian-Werk mitten in R2-Markteinführung

Ein Tornado beschädigte am Wochenende das Rivian-Werk in Illinois – ausgerechnet im Bereich für das wichtige neue Modell R2.

Tornado trifft Rivian-Werk mitten in R2-Markteinführung

Ein Tornado hat am Wochenende Teile des Produktionswerks von Rivian Automotive im zentralen Illinois beschädigt. CEO RJ Scaringe informierte die Belegschaft am Sonntagabend in einer internen Nachricht über den Vorfall, die dem US-Sender CNBC vorliegt. Verletzt wurde dabei niemand – das bestätigte eine Unternehmenssprecherin.

Besonders brisant: Der betroffene Bereich des Werks in Normal, Illinois, wurde für die Lagerung von Bauteilen und die Logistik des kommenden Modells R2 genutzt. Der R2 gilt als eines der wichtigsten Produkte in der Unternehmensgeschichte von Rivian und soll voraussichtlich in diesem Frühjahr auf den Markt kommen. Für den angeschlagenen Elektrofahrzeughersteller steht mit dem günstigeren R2-Modell viel auf dem Spiel.

Betrieb soll rasch wieder aufgenommen werden

Scaringe zeigte sich in seiner Nachricht an die Mitarbeiter zuversichtlich. Er erklärte, dass der Betrieb in dem beschädigten Bereich voraussichtlich noch in dieser Woche wieder aufgenommen werde. Andere wichtige Teile des Werks, darunter die Montagelinien, liefen planmäßig weiter. Scaringe betonte zudem, das Unternehmen werde „weitere Informationen bereitstellen, sobald diese verfügbar sind, aber im Moment hat die Sicherheit und Unterstützung unseres Teams in Normal [Illinois] Priorität".

Im Internet veröffentlichte Fotos der Schäden, über die zunächst das Technologieportal TechCrunch berichtete, zeigten sichtbare Beschädigungen am Dach und an mindestens einer Wand des betroffenen Gebäudes. Bei dem Bau handelt es sich laut Berichten um ein kürzlich errichtetes Gebäude auf dem Werksgelände.

Tornado-Ausbruch im Mittleren Westen

Der National Weather Service (NWS) der USA ordnete das Ereignis in einen größeren meteorologischen Kontext ein. Demnach wurde das Rivian-Werk inmitten eines „signifikanten Tornado-Ausbruchs" getroffen, der sich am Freitag im oberen Mittleren Westen der USA ereignete. Die in der Nähe der Fabrik bestätigten Tornados vom Freitagabend wurden als EF1 eingestuft – die zweite Stufe auf der sechsstufigen Enhanced-Fujita-Skala. Der NWS schätzte die Spitzenwindgeschwindigkeiten auf bis zu 100 Meilen pro Stunde, was rund 160 Kilometern pro Stunde entspricht.

Für Rivian kommt der Vorfall zu einem heiklen Zeitpunkt. Das Unternehmen steht unter erheblichem Druck, mit dem R2 endlich ein massentaugliches und erschwinglicheres Elektrofahrzeug auf den Markt zu bringen. Bisherige Modelle wie der R1T-Pickup und der R1S-SUV sind im Premiumsegment angesiedelt und sprechen nur eine begrenzte Käuferschicht an. Der R2 soll die Produktionskapazitäten des Werks in Normal deutlich besser auslasten und Rivian auf einen profitablen Kurs bringen.

Wie stark der Tornado-Schaden die Zeitplanung für die R2-Markteinführung konkret beeinflusst, ließ Scaringe in seiner Mitteilung offen. Das Unternehmen kündigte an, zeitnah weitere Informationen zu liefern, sobald das Ausmaß der Schäden vollständig bewertet sei.

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