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Tokyo Gas fokussiert US-Investitionen

Mehr als die Hälfte der Auslandsbudgets fließt in Nordamerika

Tokyo Gas fokussiert US-Investitionen

Tokyo Gas plant, in den kommenden drei Jahren mehr als die Hälfte seiner für Auslandsinvestitionen vorgesehenen Mittel in den Vereinigten Staaten einzusetzen. Das Unternehmen will damit das Wachstum außerhalb Japans beschleunigen und seine Position in einem Markt stärken, der aus Sicht des Managements besonders attraktive Perspektiven bietet. Insgesamt hat der Konzern rund 350 Milliarden Yen für internationale Projekte eingeplant.

Im Oktober hatte Tokyo Gas angekündigt, bis zum Geschäftsjahr 2029 Investitionen von bis zu 1,3 Billionen Yen vorzunehmen. Ein wesentlicher Teil davon entfällt auf Aktivitäten im Ausland, darunter die Erschließung von Schiefergasvorkommen in Nordamerika. Die Vereinigten Staaten gelten dabei als zentraler Schwerpunkt der Strategie, da dort sowohl der Inlandsverbrauch von Erdgas als auch die Nachfrage nach Flüssigerdgasexporten steigen.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden wird der wachsende Energiebedarf unter anderem durch den Ausbau von Rechenzentren und Halbleiterfabriken getrieben. Tokyo Gas hat in den vergangenen Jahren seine upstream-Aktivitäten vor allem im Osten von Texas konzentriert und damit die Kostenstruktur verbessert. Künftig sollen diese Vermögenswerte weiterentwickelt werden, um die Ertragskraft zu erhöhen.

Zusätzlich zeigt sich das Unternehmen offen für weitere Engagements in Verflüssigungsanlagen oder für langfristige Gasbezugsverträge, sofern die wirtschaftlichen Bedingungen stimmen. Die Präsenz in den USA wurde zuletzt durch mehrere Übernahmen ausgebaut. Ende 2023 erwarb Tokyo Gas Rockcliff Energy in Texas und Louisiana. Im April folgte der Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an Gasfeldern in Osttexas von Chevron.

Parallel dazu bleibt die Versorgungssicherheit ein zentrales Thema. Tokyo Gas bezieht weiterhin Flüssigerdgas aus dem russischen Projekt Sakhalin-2. Japan nutzt hierfür eine Ausnahmegenehmigung von US-Sanktionen, deren Laufzeit in Kürze endet. Das Unternehmen geht derzeit nicht von einem abrupten Lieferstopp aus, beobachtet jedoch eine kritischere Haltung westlicher Partner.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kaufte Tokyo Gas rund 11,56 Millionen Tonnen LNG, fast die Hälfte davon aus Australien. Dort wird eine Überprüfung des Gasmarktes erwartet, die Exportbeschränkungen zur Folge haben könnte. Nach Einschätzung des Managements ist das Risiko begrenzt, da die Lieferquellen nicht ausschließlich an die australische Ostküste gebunden sind.

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