Tokios Kerninflation bleibt im März unter dem BoJ-Ziel
Zum zweiten Mal in Folge verfehlt die japanische Hauptstadt das Inflationsziel der Zentralbank von 2 Prozent.

Die Kernverbraucherpreise in Tokio sind im März um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit blieben sie den zweiten Monat in Folge unter dem Ziel der Bank of Japan (BoJ) von 2 Prozent. Staatliche Kraftstoffsubventionen dämpften dabei die inflationstreibenden Effekte des schwachen Yen.
Der Kernverbraucherpreisindex (CPI) für Tokio – ohne volatile Frischlebensmittelpreise – lag damit leicht unter der mittleren Marktprognose von 1,8 Prozent. Im Februar hatte der Index noch 1,8 Prozent zugelegt. Analysten betrachten die aktuelle Verlangsamung jedoch als vorübergehend.
Trendinflation weiterhin über dem Zielwert
Ein von der BoJ besonders beachteter Index, der sowohl frische Lebensmittel als auch Kraftstoffe ausklammert, stieg im März um 2,3 Prozent – nach 2,5 Prozent im Februar. Diesen Wert wertet die Zentralbank als zuverlässigeren Maßstab für die Trendinflation in Japan. Er signalisiert, dass der strukturelle Preisdruck in der Wirtschaft weiterhin über dem Zielwert liegt.
Der schwache Yen verteuert Importe erheblich und befeuert damit die Inflation. Hinzu kommen steigende Ölpreise infolge des anhaltenden Nahostkonflikts. Experten erwarten, dass diese Faktoren den Preisdruck in den kommenden Monaten wieder verstärken werden.
Bank of Japan hebt Zinsen auf 30-Jahres-Hoch
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Zur AktienanalyseDie Bank of Japan hatte im Dezember die Leitzinsen auf 0,75 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 30 Jahren. Dieser Schritt markierte einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Normalisierung der Geldpolitik nach jahrzehntelanger ultra-lockerer Unterstützung. Die BoJ sieht Japan auf einem guten Weg, das Inflationsziel von 2 Prozent dauerhaft zu erreichen.
Für deutsche Anleger ist die japanische Geldpolitik besonders relevant, da der Yen als wichtige Reservewährung gilt und Zinsänderungen der BoJ globale Kapitalflüsse beeinflussen können. Die Entwicklung in Tokio gilt zudem als Frühindikator für die gesamtjapanische Inflation.


