Tokio Gas sieht keine Engpässe durch Nahost-Konflikt
US-LNG gewinnt an Bedeutung – Interesse am Projekt in Alaska bleibt bestehen

Tokio Gas sieht derzeit keine unmittelbaren Auswirkungen des Iran-Israel-Konflikts auf seine Beschaffung von Flüssigerdgas (LNG). Das teilte ein ranghoher Manager des größten japanischen Stadtgasversorgers am Rande der Japan Energy Summit in Tokio mit. Da das Unternehmen kein LNG aus Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten importiere, sei die Versorgung aktuell nicht direkt betroffen, erklärte Nobuhiro Sugesawa, geschäftsführender leitender Direktor.
Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen die Entwicklungen im Nahen Osten mit höchster Aufmerksamkeit. Eine Eskalation der Spannungen in der Region könnte Auswirkungen auf den Weltmarkt für LNG haben, etwa durch steigende Preise oder Unterbrechungen in der globalen Lieferkette. Der Iran-Israel-Konflikt dauert mittlerweile sechs Tage an. Die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts wächst, nachdem US-Präsident Donald Trump eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran gefordert hatte, obwohl die Vereinigten Staaten nicht direkt in die Kämpfe verwickelt sind.
Tokio Gas erwägt angesichts der unsicheren Lage eine Ausweitung seiner LNG-Beschaffung aus den Vereinigten Staaten. Derzeit stammen rund zehn Prozent der Gesamtlieferungen aus den USA. Die USA gelten dem Unternehmen zufolge als attraktive Bezugsquelle. Erst vergangene Woche hatte Japans größter Stromerzeuger JERA eine Vereinbarung zur LNG-Beschaffung von vier verschiedenen US-Anbietern bekannt gegeben.
Auch für das LNG-Projekt in Alaska zeigt Tokio Gas Interesse. Dieses Projekt hat für das Unternehmen eine besondere Bedeutung, da es dort vor über 50 Jahren seine allerersten LNG-Importe abgewickelt hatte. Eine konkrete Entscheidung über eine Beteiligung hängt laut Sugesawa jedoch von einer gründlichen Prüfung der wirtschaftlichen und sonstigen Rahmenbedingungen ab.
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Zur AktienanalyseDer Großteil der LNG-Importe von Tokio Gas stammt derzeit aus Australien. Weitere Lieferanten sind Malaysia und Russland. Das Unternehmen betont, dass es seine Beschaffungsstrategie flexibel gestalten möchte, um auf globale Entwicklungen reagieren zu können.


