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Todesstrafe für Südkoreas Ex-Präsident Yoon gefordert

Der südkoreanische Sonderstaatsanwalt fordert die Todesstrafe für Ex-Präsident Yoon Suk Yeol wegen seines gescheiterten Kriegsrechtsversuchs vom Dezember 2024. Das Urteil wird am 19. Februar erwartet.

Todesstrafe für Südkoreas Ex-Präsident Yoon gefordert

Der südkoreanische Sonderstaatsanwalt hat die Todesstrafe für den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol beantragt. Der Antrag erfolgte am späten Dienstagabend zum Abschluss des Prozesses gegen Yoon, der wegen der kurzlebigen Verhängung des Kriegsrechts im Dezember 2024 angeklagt ist. Das Gericht wird sein Urteil voraussichtlich am 19. Februar verkünden.

Anklage wegen Aufruhr

Yoon wird der Führung eines Aufstands beschuldigt – ein schweres Verbrechen, das nicht durch die präsidentielle Immunität geschützt ist und die Höchststrafe nach sich zieht. Das Team des Sonderberaters Cho Eun-suk erklärte während der abschließenden Anhörung, Yoon habe das Kriegsrecht verhängt, "um durch die Beschlagnahmung der Justiz und der Legislative lange an der Macht zu bleiben".

Yoon selbst beteuert seine Unschuld. Er argumentiert, die Kriegsrechtserklärung sei innerhalb seiner verfassungsmäßigen Befugnisse erfolgt und habe "Freiheit und Souveränität schützen" sollen. Damals beschuldigte er die oppositionelle Democratic Party of Korea, sich an "staatsfeindlichen Aktivitäten" zu beteiligen und mit "nordkoreanischen Kommunisten" zu kollaborieren.

Dramatische Ereignisse im Dezember 2024

Am 3. Dezember 2024 befahl Yoon in einer spätabendlichen Ansprache die Verhängung des Kriegsrechts und entsandte Truppen zur Nationalversammlung. Soldaten blockierten den Zugang zum Parlament und gerieten mit Demonstranten und Abgeordneten aneinander, als Spezialeinheiten versuchten, in den Plenarsaal einzudringen.

Doch der Putschversuch scheiterte innerhalb weniger Stunden. 190 der 300 Abgeordneten gelang es, sich im Plenarsaal zu versammeln und einstimmig für die Aufhebung des Kriegsrechts zu stimmen. Etwa sechs Stunden nach seiner Ankündigung hob Yoon das Kriegsrecht schließlich wieder auf.

Historischer Kontext

Sollte die Todesstrafe vollstreckt werden, wäre dies die erste Hinrichtung in Südkorea seit fast 30 Jahren. Amnesty International stuft das Land als "praktisch abgeschafft" ein, da seit 1997 niemand mehr hingerichtet wurde – obwohl die Todesstrafe rechtlich weiterhin existiert.

Der letzte Militärputsch in Südkorea ereignete sich 1979, als Armeegeneral Chun Doo-hwan nach der Ermordung von Präsident Park Chung-hee die Kontrolle übernahm. Chun weitete das Kriegsrecht 1980 landesweit aus, was zum Gwangju-Aufstand führte, bei dem Truppen Proteste gewaltsam niederschlugen und schätzungsweise 200 bis 2.000 Zivilisten töteten.

Parallelen zur Vergangenheit

Bemerkenswert sind die Parallelen zwischen Yoons und Chuns Rechtfertigung: Beide beschuldigten "nordkoreanische Kommunisten" der Staatsuntergrabung. Chun wurde 1996 wegen seiner Rolle beim Putsch von 1979 zum Tode verurteilt, die Strafe jedoch später in lebenslange Haft umgewandelt.

Die internationale Staatengemeinschaft beobachtet den Fall aufmerksam, da Südkorea als gefestigte Demokratie gilt und die potenzielle Vollstreckung einer Todesstrafe gegen einen ehemaligen Staatschef weitreichende Auswirkungen hätte.

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