Tod von Papst Franziskus mit 88 Jahren
Ein Pontifikat zwischen Bescheidenheit, Reformansätzen und innerkirchlichen Spannungen

Papst Franziskus ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Vatikan teilte mit, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montagmorgen verstarb. Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der an einer doppelten Lungenentzündung litt, hatte sich zuletzt am Ostersonntag auf dem Petersplatz gezeigt. In einem offenen Papamobil begrüßte er Zehntausende Gläubige. In einer verlesenen Ansprache rief er zu einer sofortigen Waffenruhe im Gazastreifen auf. Franziskus traf zudem den US-Vizepräsidenten JD Vance zu einem kurzen privaten Gespräch im Vatikan.
Franziskus war im März 2013 zum Papst gewählt worden. Er war das erste Kirchenoberhaupt aus Lateinamerika und der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri. In der Öffentlichkeit trat er stets bescheiden auf und zeigte sich den Armen besonders zugewandt. Die prunkvollen Gemächer im Apostolischen Palast bezog er nie. Er lehnte aufwendige päpstliche Kleidung ebenso ab wie die traditionellen roten Schuhe. In Interviews beschrieb er sich selbst als „Mann der Straße“.
Während seines Pontifikats versuchte Franziskus, die Kirche zu öffnen. Er sprach sich für einen respektvolleren Umgang mit Homosexuellen aus, auch wenn der Vatikan die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare weiterhin untersagte. Er ernannte mehr Frauen in leitende Positionen im Vatikan als jeder seiner Vorgänger. Gleichzeitig lehnte er es ab, verheiratete Männer in entlegenen Regionen zu Priestern zu weihen. Franziskus war der erste Papst, der die Arabische Halbinsel besuchte und den interreligiösen Dialog mit dem Islam intensivierte.
In der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs durch Geistliche leitete er 2019 ein Gipfeltreffen mit fast 200 Kirchenführern. Ein von ihm erlassenes Dekret machte Bischöfe für Missbrauch und dessen Vertuschung verantwortlich. Dennoch war sein Pontifikat von Spannungen geprägt: Konservative warfen ihm vor, Traditionen zu gefährden, während Progressive ihm mangelnden Reformwillen vorhielten. Etwa 80 Prozent der Kardinäle, die nun im Konklave über seinen Nachfolger entscheiden, wurden von Franziskus selbst ernannt.
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Zur AktienanalyseDer Verstorbene äußerte den Wunsch, nicht in der Krypta des Petersdoms beigesetzt zu werden, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore. Seine letzte Ruhestätte soll ein schlichter Holzsarg sein. Die Trauerfeierlichkeiten im Vatikan sind auf neun Tage angesetzt. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete ihn als Fürsprecher der Schwachen. Internationale Staats- und Regierungschefs würdigten seine Verdienste und zeigten sich betroffen.


