ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

TKMS startet stark an der Börse

Der Marinespezialist profitiert vom Verteidigungsboom und setzt auf Wachstum mit neuen Aufträgen

TKMS startet stark an der Börse

Thyssenkrupps Marinesparte TKMS hat ein starkes Debüt auf dem Frankfurter Börsenparkett hingelegt. Zum Handelsstart lag der Kurs bei rund 60 Euro und stieg innerhalb der ersten Stunde auf über 95 Euro. Der daraus resultierende Börsenwert erhöhte sich von anfänglich 3,8 Milliarden Euro auf zeitweise mehr als sechs Milliarden Euro. Analysten hatten zuvor eine Bewertung zwischen 2,7 und vier Milliarden Euro erwartet. 51 Prozent der Anteile bleiben in der Hand von Thyssenkrupp, während die übrigen Aktionäre für jeweils 20 Thyssenkrupp-Aktien eine TKMS-Aktie erhielten.

Das Unternehmen fertigt in Kiel, Wismar und im brasilianischen Itajaí U-Boote, Fregatten und Korvetten. Außerdem produziert die Tochter Atlas Electronics schallbasierte Erkennungssysteme. Der anhaltende Verteidigungsboom in Deutschland treibt die Nachfrage: Derzeit sind sechs U-Boote im Bau und sechs weitere in Modernisierung. TKMS profitiert zudem von hohen Vorauszahlungen, die staatliche Kunden wie die Bundeswehr leisten. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Auftragsbestand um mehr als 50 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro. Beobachter gehen davon aus, dass sich dieser Wert in den kommenden zwölf Monaten weiter erhöhen könnte.

Kurzfristig rechnet das Unternehmen mit leicht steigenden Umsätzen, während ab dem kommenden Geschäftsjahr erstmals Dividenden ausgeschüttet werden sollen. Mittelfristig erwartet TKMS eine Umsatzsteigerung von durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr und eine Ebit-Marge von sieben Prozent. Alte, margenarme Aufträge sind weitgehend abgeschlossen, wodurch der Anteil profitablerer Software- und Elektronikkomponenten zunimmt. Aus Sicht von Analysten sprechen verschiedene Faktoren für eine positive Entwicklung: die Abspaltung aus einem Mischkonzern, eine solide Bilanz ohne Nettoschulden, vorsichtige Prognosen und ein günstiges Marktumfeld.

Mit dem Börsengang positioniert sich TKMS als reiner Anbieter im Marinesegment – ein Alleinstellungsmerkmal unter börsennotierten Unternehmen. Vergleichbar ist vor allem der US-Konzern Huntington Ingalls, der Flugzeugträger, Marineschiffe und U-Boote für die US-Streitkräfte baut. Nach Personalproblemen in den vergangenen Jahren verbesserte sich dort zuletzt die Produktivität, sodass Liefertermine künftig besser eingehalten werden sollen. Die Aktie legte im Jahresverlauf leicht zu, bleibt aber hinter der Performance anderer Rüstungswerte zurück.

Der italienische Konkurrent Fincantieri profitiert von einem Boom im Kreuzfahrtgeschäft und erwägt die Übernahme der Unterwasser-Sparte von Saipem. Mit einem Kursanstieg von 370 Prozent innerhalb eines Jahres gilt die Aktie allerdings als hoch bewertet. General Dynamics wiederum stärkt seine Position durch verbesserte U-Boot-Aufträge für die US-Marine und steigende Verkäufe seiner Geschäftsflugzeuge. Das Umfeld für maritime Rüstungswerte bleibt insgesamt von geopolitischer Spannung und steigender Nachfrage geprägt.

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