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TKMS startet Börsengang in Frankfurt

Marineschiffbauer mit vollen Auftragsbüchern und langfristiger Auslastung bis in die 2040er Jahre

TKMS startet Börsengang in Frankfurt

Deutschlands größter Marineschiffbauer TKMS hatte den Schritt auf das Frankfurter Börsenparkett gewagt. Der traditionsreiche Konzern, eine Tochter des Essener Industriekonzerns Thyssenkrupp, startete am Montag seinen ersten Handelstag an der Frankfurter Wertpapierbörse. Mit Spannung war verfolgt worden, wie sich der Kurs der neu ausgegebenen Aktien entwickelte. Der Börsengang war ein zentraler Bestandteil der umfassenden Umstrukturierung, die Thyssenkrupp für die kommenden Jahre angekündigt hatte.

Die Abspaltung von TKMS war Anfang August auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen worden. Aktionäre der Thyssenkrupp AG erhielten für jeweils 20 ihrer bisherigen Aktien einen Anteilsschein an TKMS. Die Zuteilung war am 17. Oktober automatisch über die Depotbanken erfolgt. Damit sollte die Marinesparte künftig eigenständig agieren, während Thyssenkrupp über eine neue Holding weiterhin die Mehrheit von 51 Prozent behielt.

TKMS blickte auf eine fast zwei Jahrhunderte lange Geschichte zurück. Das Unternehmen war aus der Kieler Werft HDW hervorgegangen, die 1838 gegründet worden war und als einer der traditionsreichsten deutschen Schiffbaustandorte galt. Zwischenzeitlich war auch das Land Schleswig-Holstein an dem Betrieb beteiligt gewesen, bevor die Werft 2005 vollständig in den Besitz von Thyssenkrupp überging. Der Bereich des Überwasserschiffbaus war später ausgegliedert und firmierte fortan unter dem Namen German Naval Yards.

Der Marinespezialist beschäftigte rund 8.300 Mitarbeiter, davon etwa 3.700 am Hauptsitz in Kiel. Weitere Standorte befanden sich in Wismar, Hamburg, Bremen, Emden und im brasilianischen Itajaí. In Wismar plante TKMS den Aufbau von 1.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Vorstandschef war Oliver Burkhard, der zuvor als Arbeitsdirektor bei Thyssenkrupp tätig gewesen war. Das Unternehmen galt als Weltmarktführer für konventionell betriebene U-Boote und fertigte zudem Fregatten und Korvetten.

Die Auftragslage des Konzerns war solide. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte im Dezember den Bau von vier weiteren U-Booten der Klasse 212CD für die Deutsche Marine genehmigt. Insgesamt umfasste der Auftrag zehn Boote, von denen sechs für Deutschland und vier für Norwegen bestimmt waren. Das Auftragsvolumen belief sich auf rund 18,5 Milliarden Euro, womit die Werft bis Anfang der 2040er Jahre ausgelastet war.

Darüber hinaus bewarb sich TKMS um einen Großauftrag aus Kanada. Dort plante die Regierung den Bau von acht bis zwölf konventionellen U-Booten. Im August hatte der kanadische Premierminister Mark Carney die Werft in Schleswig-Holstein besucht. Sollte TKMS den Zuschlag erhalten, war vorgesehen, die Schiffe in Kiel und Wismar zu produzieren. Konkurrenz bekam das Unternehmen von einer südkoreanischen Werft.

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