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TKMS erreicht neuen Rekord bei Rüstungsaufträgen

Großbestellungen für U-Boote und Fregatten stärken Wachstumsperspektiven des Schiffbauers

TKMS erreicht neuen Rekord bei Rüstungsaufträgen

Der Marineschiffbauer TKMS verzeichnet für das Geschäftsjahr 2024/25 einen Auftragsbestand in bisher unerreichter Höhe. Vorstandschef Oliver Burkhard erklärte bei der Präsentation der Jahreszahlen, die deutsche Verteidigungslandschaft entwickle sich rasant und das Unternehmen nehme dabei eine zunehmend zentrale Rolle ein. Nach dem Börsengang im Oktober und der geplanten Aufnahme in den M-Dax ab dem 22. Dezember erzielte die Thyssen-Krupp-Tochter einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro, rund neun Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa die Hälfte davon entfiel auf die U-Boot-Sparte. Der Bereich Überwasserschiffe erwirtschaftete 503 Millionen Euro und lag damit zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Elektroniksparte Atlas Electronics steigerte ihren Umsatz um 19 Prozent auf 701 Millionen Euro. Insgesamt erzielte TKMS einen Nettogewinn von 108 Millionen Euro, was einem Plus von 20 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Finanzchef Paul Glaser sprach von einem sehr starken Jahr. Die Auftragseingänge beliefen sich auf 8,8 Milliarden Euro und fielen damit rund sechsmal höher aus als im Vorjahr. Der gesamte Auftragsbestand liegt nun bei rund 18,2 Milliarden Euro.

Ausschlaggebend für die außergewöhnliche Steigerung waren mehrere Großaufträge, darunter die Nachbestellung von vier U-Booten im Rahmen des deutsch-norwegischen 212CD-Programms, der Auftrag für das neue Forschungsschiff Polarstern, ein Modernisierungspaket für sechs U-Boote der Klasse 212A der Deutschen Marine sowie ein Exportauftrag über zwei weitere U-Boote 218SG. Darüber hinaus rechnet TKMS mit weiteren einträglichen Verträgen. Die geplanten deutschen Verteidigungsausgaben sollen im kommenden Jahr auf 108 Milliarden Euro steigen, was zusätzliche Beschaffungen wahrscheinlich macht.

Das Unternehmen erwartet insbesondere Chancen bei der neuen, auf Luftverteidigung spezialisierten Fregatte F127. Zudem setzt TKMS darauf, mit der Fregattenklasse MEKO 200 eine Alternative anzubieten, falls sich das F126-Projekt weiter verzögert oder eingestellt wird. Der Bundestag hat für diesen Fall bereits 7,8 Milliarden Euro freigegeben. Burkhard betonte, man könne der Marine kurzfristig ein bewährtes Schiff liefern, das international mehrfach gebaut worden sei.

Um die wachsenden Auftragsvolumina abarbeiten zu können, plant TKMS im neuen Geschäftsjahr Investitionen von rund 200 Millionen Euro, vor allem für den Standort Wismar. Dort soll eine weitere Druckkörpertaktstraße entstehen, die bislang nur in Kiel vorhanden ist. Burkhard rechnet außerdem mit einer finanziellen Beteiligung des Bundes, um Produktionskapazitäten schneller hochfahren zu können. Das Unternehmen strebt langfristig ein jährliches Umsatzwachstum von etwa zehn Prozent und eine Ebit-Marge von mehr als sieben Prozent an.

TKMS prüft zusätzlich die mögliche Übernahme der Werft German Naval Yards Kiel. Burkhard bezeichnete dies als Option im Rahmen der erwarteten Konsolidierung der Branche, betonte jedoch, dass ein Kauf kein zwingendes Ziel sei.

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