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TK Accelis: Thyssenkrupps Werkstoffsparte geht an die Börse

Aktionäre stimmen mit 99,99 Prozent für die Verselbstständigung – Börsennotierung soll noch im Oktober erfolgen.

TK Accelis: Thyssenkrupps Werkstoffsparte geht an die Börse

Thyssenkrupp treibt seinen Konzernumbau konsequent voran. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionärsvertreter der Verselbstständigung der Werkstoffsparte TK Accelis mit anschließender Börsennotierung zugestimmt. Das Ergebnis war eindeutig: 99,99 Prozent der Stimmen votierten für die Pläne.

Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte den Schritt ausdrücklich. „Es ist der richtige, konsequente nächste Schritt in der Neuaufstellung des Thyssenkrupp-Konzerns", sagte er. Eine unmittelbare Beteiligung der bisherigen Thyssenkrupp-Aktionäre sei aktionärsfreundlich und eröffne die Chance auf eine eigenständige Bewertung der Aktie. Das Geschäft von TK Accelis sei solide und robust. Auch Daniel Voss von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zeigte sich überzeugt: „Das ist der richtige Weg."

Kritischer äußerte sich Philipp Weinmann von der Fondsgesellschaft DWS. Er nannte die Logik der Verselbstständigung zwar „nachvollziehbar", bemängelte jedoch den zu großen Einfluss der Konzernmutter auf den Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft. „Das für die Bereitstellung und Überwachung der Geschäftsführung maßgebliche Kontrollorgan bleibt vollständig oder zumindest weit überwiegend durch die Konzernmutter geprägt", kritisierte er. Von einer überzeugenden Verselbstständigung könne unter diesen Voraussetzungen kaum die Rede sein.

Thyssenkrupp-Chef López sieht klare Vorteile

Konzernchef Miguel López hatte in seiner Rede vor der Hauptversammlung die strategischen Vorteile der Ausgliederung hervorgehoben. „Als eigenständiges Unternehmen kann TK Accelis schneller investieren, Marktchancen entschlossener verfolgen und seine Wachstumsstrategie aus eigener Kraft umsetzen", sagte López. Die Verselbstständigung sei zugleich ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer „attraktiven Finanzholding mit starken, eigenständigen Unternehmen unter einem gemeinsamen Dach".

Thyssenkrupp ist derzeit in fünf Segmenten tätig, die schrittweise auf eigene Beine gestellt werden sollen: Marineschiffbau, Werkstoffe, Stahl, Autoteile und grüne Technologien. Den Anfang machte die Marinesparte TKMS, die bereits im vergangenen Herbst an die Börse gebracht wurde. TK Accelis ist nun die zweite Sparte, die diesen Weg geht. Grundsätzlich plant Thyssenkrupp, Mehrheitsbeteiligungen an den verselbstständigten Töchtern zu halten – lediglich in der Stahlsparte hält man auch eine Minderheitsbeteiligung für möglich.

TK Accelis: Umsatz von 11,4 Milliarden Euro

Die Werkstoffsparte, die bis Juni noch unter dem Namen „Materials Services" firmierte, ist ein gewichtiger Konzernbaustein. Im Geschäftsjahr 2024/25 (Ende: 30. September) erzielte TK Accelis einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt die Sparte rund 15.300 Mitarbeiter. Der Gesamtkonzern Thyssenkrupp zählte Ende März knapp 91.000 Beschäftigte.

Das Unternehmen handelt weltweit mit Werkstoffen, die auf Kundenwunsch auch vorbearbeitet werden, und ist zudem als Dienstleister im Lieferkettenmanagement aktiv. In Europa gilt TK Accelis als Marktführer, in den USA belegt das Unternehmen nach eigenen Angaben den dritten Platz unter den größten Anbietern.

Börsengang noch im Oktober geplant

Für Thyssenkrupp-Aktionäre ist die Transaktion direkt relevant: Sie sollen für je 20 Thyssenkrupp-Aktien einen Anteilsschein an TK Accelis erhalten. Die Thyssenkrupp AG bleibt über eine neue Holdinggesellschaft mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafterin. Der Konzern rechnet damit, dass die neue Gesellschaft – die mit vollem Namen TK Accelis Group AG & Co. KGaA heißt – noch Ende Oktober ins Handelsregister eingetragen wird. Unmittelbar danach soll die Aktie an der Börse notiert werden.

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