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TJX Companies überzeugt mit starkem Quartal – Aktie ein Kauf?

Der US-Einzelhändler TJX Companies übertrifft die Analystenerwartungen deutlich und hebt seine Jahresprognose erneut an.

TJX Companies überzeugt mit starkem Quartal – Aktie ein Kauf?

TJX Companies, die Muttergesellschaft von TJ Maxx, Marshalls, HomeGoods und Sierra, hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 ein beeindruckendes Ergebnis vorgelegt. Der Nettoumsatz stieg um 9 Prozent auf 14,3 Milliarden US-Dollar, während der flächenbereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6 Prozent zulegte. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte um 29 Prozent auf 1,19 US-Dollar – und lag damit deutlich über der Analystenschätzung von 1,00 US-Dollar.

Besonders bemerkenswert ist die Breite des Wachstums. Alle vier Hauptsparten des Unternehmens verzeichneten einen Anstieg beim flächenbereinigten Umsatz: HomeGoods legte um 9 Prozent zu, TJX Canada um 7 Prozent, das Segment Marmaxx (TJ Maxx, Marshalls und Sierra) um 6 Prozent und TJX International um 4 Prozent. Im Einzelhandel ist ein so breit aufgestelltes Wachstum selten – häufig profitieren Händler nur von einer besonders gefragten Kategorie oder kurzfristigen Werbeaktionen.

Das Management betonte während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, dass das Wachstum sowohl in der Bekleidungs- als auch in der Wohnkategorie von allen Einkommensschichten und Regionen getragen wurde – sowohl durch eine höhere Kundenfrequenz als auch durch größere Warenkörbe. TJX gewinnt damit nicht nur Kunden mit geringerem Einkommen, sondern spricht zunehmend auch einkommensstärkere Konsumenten an.

Der Wachstumsmotor: Außergewöhnliche Warenverfügbarkeit

Das Geschäftsmodell von TJX unterscheidet sich grundlegend von dem traditioneller Einzelhändler. Während klassische Händler ihren Lagerbestand Monate im Voraus planen, kauft TJX das ganze Jahr über opportunistisch ein. Mehr als 1.400 Einkäufer durchforsten kontinuierlich den Markt, um die besten Rabatte über alle Marken hinweg zu sichern. Das Unternehmen nimmt jedes Jahr Tausende neue Lieferanten auf und ist oft der erste Ansprechpartner, wenn Anbieter überschüssige Lagerbestände abbauen wollen.

Das Management bezeichnete die aktuelle Warenverfügbarkeit als „außergewöhnlich gut" – auf Englisch sogar als „off the charts" – und verwendete diesen Ausdruck während der Telefonkonferenz mehrfach. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal: Ein gut gefülltes Lager mit attraktiven Markenartikeln zu günstigen Einkaufspreisen ist die Grundlage des Erfolgsmodells von TJX.

Margen steigen, Jahresprognose erneut angehoben

Auch auf der Margenebene lieferte TJX starke Zahlen. Die Vorsteuermarge weitete sich auf 12 Prozent aus, was einer Steigerung von 170 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Bruttomarge expandierte um 180 Basispunkte auf 31,3 Prozent. In der Einzelhandelsbranche gelten solche Zuwächse als erheblich.

Analysten hinterfragten, ob diese Margenverbesserungen nachhaltig seien oder lediglich durch temporäre Faktoren wie Treibstoffabsicherungen und das Timing von Frachtkosten begünstigt wurden. Das Management räumte ein, dass günstige Treibstoffabsicherungen dem Quartal halfen, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Warenmargen stärker als erwartet ausfielen und die Kostenhebelwirkung durch höhere Umsätze eine wesentliche Rolle spielte.

Infolge des starken Quartals hob TJX seine Prognose für das Gesamtjahr an. Das Wachstum des flächenbereinigten Umsatzes wird nun bei 3 bis 4 Prozent erwartet. Der Ausblick für das Ergebnis je Aktie liegt nun zwischen 5,08 und 5,15 US-Dollar für das Geschäftsjahr 2027. Finanzvorstand John Klinger merkte dabei an, dass das Unternehmen davon ausgehe, dass erhöhte Dieselpreise während des gesamten Geschäftsjahres 2027 anhalten würden – ein Risikofaktor, den Investoren im Blick behalten sollten.

Für deutsche Privatanleger, die nach stabilen Einzelhandelswerten mit internationalem Wachstumspotenzial suchen, bietet TJX Companies ein interessantes Profil: ein bewährtes Geschäftsmodell, breites Umsatzwachstum über alle Segmente hinweg und eine Unternehmensführung, die ihre eigenen Prognosen konsequent übertrifft. Die Frage, ob die Aktie nach dem starken Lauf noch Aufwärtspotenzial bietet, bleibt jedoch offen – das Management selbst deutete an, das Aufwärtspotenzial des ersten Quartals in der Ganzjahresprognose nicht vollständig ausgeschöpft zu haben.

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