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TIPS-Anleihen: Warum inflationsgeschützte US-Staatsanleihen jetzt attraktiv sind

Inflationsgeschützte US-Staatsanleihen rentieren real mit fast 3% – der höchste Stand seit Jahrzehnten. Eine seltene Gelegenheit für Anleger.

TIPS-Anleihen: Warum inflationsgeschützte US-Staatsanleihen jetzt attraktiv sind

Die am längsten laufenden inflationsgeschützten US-Staatsanleihen, bekannt als TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities), bieten derzeit eine reale Rendite von fast 3%. Das ist der höchste Stand seit Jahrzehnten und macht diese Anlageklasse für viele Investoren wieder interessant – gerade in einem Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist.

TIPS sind eine besondere Kategorie von US-Staatsanleihen, deren Kapitalwert an die Inflationsrate gekoppelt ist. Steigt die Inflation, steigt auch der Nennwert der Anleihe – der Anleger ist damit vor Kaufkraftverlust geschützt. Die reale Rendite von fast 3% bedeutet, dass Investoren diesen Ertrag über und über der Inflationsrate erzielen würden, und das für eine Laufzeit von fast 30 Jahren.

Warum der Verbraucherpreisindex so wichtig ist

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist die aktuelle Inflationsdebatte in den USA. Am Mittwoch wird erwartet, dass die US-Regierung einen Anstieg der Verbraucherpreise im Juli um 3,4% gegenüber dem Vorjahr meldet – beziehungsweise um 2,5% in der sogenannten Kernrate, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert. Diese offiziellen Zahlen aus Washington sind trotz aller Skepsis von großer praktischer Bedeutung.

Denn an den Verbraucherpreisindex (VPI) sind zahlreiche staatliche Leistungen und Regelungen geknüpft: Steuerklassen, Sozialversicherungszahlungen und die Beitragsgrenzen für Rentenkonten werden allesamt anhand dieser Daten angepasst. Und eben auch die Renditen von TIPS – was diese Anleihen zu einem direkten Inflationsschutzinstrument macht.

Attraktiv, aber nicht konkurrenzlos

US-Staatsanleihen gelten traditionell als der risikofreie Zinssatz – der sichere Spatz in der Hand gegenüber den zwei Tauben auf dem Dach, die volatile Aktien versprechen. Eine garantierte, inflationsbereinigte Rendite von 3% für fast 30 Jahre ist historisch gesehen bemerkenswert hoch. Dennoch bleibt sie hinter den langfristigen Aktienrenditen zurück: US-Aktien haben über vergleichbare Zeiträume im Durchschnitt rund 6,8% pro Jahr erzielt – ebenfalls inflationsbereinigt.

Für sicherheitsorientierte Anleger oder jene, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, stellt das aktuelle TIPS-Niveau dennoch eine beachtenswerte Gelegenheit dar. Wer bereit ist, auf die höheren, aber unsicheren Aktienrenditen zu verzichten, erhält mit TIPS eine seltene Kombination aus Inflationsschutz und solider Realrendite.

Das Marktumfeld bleibt derweil angespannt: Der Ölpreis der Sorte Brent nähert sich erneut der Marke von 90 US-Dollar pro Barrel und legte innerhalb einer Woche um rund 13% zu. Die Märkte wägen dabei die Spannungen rund um die Straße von Hormus ab. Gleichzeitig zeigen sich Aktien-Futures uneinheitlich, da Technologie-Optimismus auf makroökonomische Sorgen trifft. Anleger warten auf Quartalsergebnisse von Unternehmen wie CoreWeave, Super Micro Computer und Lumentum, die neue Hinweise auf den Stand des KI-Ausbaus liefern sollen.

Für deutsche Privatanleger, die in US-TIPS investieren möchten, ist zusätzlich das Währungsrisiko zu beachten: Da die Anleihen in US-Dollar notieren, beeinflusst der EUR/USD-Wechselkurs die tatsächliche Rendite in Euro. Dennoch bleibt das aktuelle Renditeniveau ein Signal, das Anleger weltweit aufhorchen lässt.

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