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Tilray Brands: Warum Nicht-US-Märkte über den Erfolg entscheiden

Cannabis-Konzern Tilray erzielt fast drei Viertel seines Umsatzes außerhalb der USA – mit wachsenden Märkten in Kanada und Europa.

Tilray Brands: Warum Nicht-US-Märkte über den Erfolg entscheiden

Tilray Brands (TLRY) ist vor allem als Cannabis-Unternehmen bekannt, hat sein Portfolio jedoch um Getränke wie Bier erweitert. Dennoch bleiben Cannabis und Wellness – darunter Lebensmittel auf Hanfbasis – das Herzstück des Geschäfts. Im Geschäftsjahr 2025, das am 31. Mai endete, machten diese beiden Sparten zusammen 38% des Gesamtumsatzes aus.

Für Anleger, die eine Investition in Tilray Brands in Betracht ziehen, ist ein entscheidender Faktor oft wenig im Fokus: Die Bedeutung der internationalen Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten ist für das Unternehmen kaum zu überschätzen.

Cannabis-Sparte als wichtigste Gewinnquelle

Die Cannabis-Sparte ist nicht nur umsatzstark, sondern auch die profitabelste Einheit des Konzerns. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Segment einen Umsatz von 196,9 Millionen US-Dollar – das entspricht 31% des Gesamtumsatzes. Noch bedeutsamer ist der Bruttogewinn: Mit 75,4 Millionen US-Dollar und einer Bruttomarge von 44% ist Cannabis die größte Gewinnquelle des Unternehmens.

Sämtliche dieser Umsätze stammen aus Märkten außerhalb der USA, insbesondere aus Kanada und der Europäischen Union. In diesen Regionen sind die regulatorischen Rahmenbedingungen für medizinisches Cannabis und Cannabis als Genussmittel deutlich weniger restriktiv als in den Vereinigten Staaten. Dort müssen Unternehmen ein komplexes Geflecht aus unterschiedlichen einzelstaatlichen Regelungen navigieren, was den Marktzugang erheblich erschwert.

Im bisherigen Jahresverlauf erzielte Tilray Brands einen Gesamtumsatz von 633,7 Millionen US-Dollar. Davon entfielen fast drei Viertel auf Märkte außerhalb der USA – ein klares Signal, wo das Wachstum des Unternehmens tatsächlich stattfindet.

Kanada und EMEA als Wachstumstreiber

Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung in den Regionen Kanada und EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika): Beide konnten ihren Umsatz im laufenden Jahr steigern. Im Gegensatz dazu verzeichneten die USA und der Rest der Welt Rückgänge beim Gesamtumsatz. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung der internationalen Märkte für die künftige Entwicklung von Tilray.

Das Unternehmen schreibt nach wie vor Verluste. Im laufenden Jahr meldete Tilray Brands einen Verlust von 67,2 Millionen US-Dollar nach allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das jedoch eine deutliche Verbesserung: Damals belief sich der Verlust auf 913,5 Millionen US-Dollar, wobei allerdings eine außerordentliche Wertminderung in Höhe von 699,2 Millionen US-Dollar enthalten war.

Um die Profitabilität zu erreichen, muss Tilray Brands den Umsatz in Kanada und der EMEA-Region weiter ausbauen. Diese Märkte sind nicht nur die größten Segmente des Unternehmens, sondern auch die einzigen mit positivem Wachstumstrend. Für Anleger bedeutet das: Der Schlüssel zur Bewertung der Tilray-Aktie liegt weniger in der US-Cannabispolitik als vielmehr in der Entwicklung der internationalen Märkte – insbesondere in Europa, wo die Regulierung von Cannabis als Genussmittel in mehreren Ländern zunehmend liberalisiert wird.

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