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TikTok verschärft Alterskontrollen in Europa massiv

Die Social-Media-Plattform TikTok führt in den kommenden Wochen eine neue KI-gestützte Technologie zur Altersfeststellung in ganz Europa ein. Der Schritt erfolgt unter zunehmendem regulatorischem Druck.

TikTok verschärft Alterskontrollen in Europa massiv

TikTok steht unter erheblichem Druck europäischer Regulierungsbehörden, Konten von Kindern unter 13 Jahren effektiver zu identifizieren und zu entfernen. Wie das Unternehmen am Freitag gegenüber Reuters mitteilte, wird in den kommenden Wochen europaweit ein neues System zur Altersfeststellung eingeführt. Die ByteDance-Tochter reagiert damit auf verschärfte Datenschutzbestimmungen und wachsende Bedenken hinsichtlich des Jugendschutzes auf Social-Media-Plattformen.

KI-gestützte Analyse statt automatischer Sperrung

Das neue System basiert auf einem einjährigen Pilotprojekt in Europa und nutzt künstliche Intelligenz zur Analyse von Profilinformationen, geposteten Videos und Verhaltensmustern. Die Technologie soll vorhersagen, ob ein Konto möglicherweise einem Minderjährigen gehört. Wichtig dabei: Von der KI gekennzeichnete Konten werden nicht automatisch gesperrt, sondern von spezialisierten Moderatoren überprüft. TikTok betont, dass es keine global vereinbarte Methode zur Altersbestätigung unter Wahrung der Privatsphäre gebe.

Mehrere Verifizierungsmethoden im Einsatz

Bei Einsprüchen gegen Kontosperrungen setzt TikTok auf verschiedene Verifizierungsmethoden. Dazu gehören die Gesichtsaltersschätzung des britischen Anbieters Yoti, Kreditkartenprüfungen sowie die Vorlage amtlicher Ausweisdokumente. Auch Meta nutzt bereits Yoti zur Altersverifizierung auf Facebook. Das britische Pilotprojekt führte bereits zur Entfernung tausender zusätzlicher Konten von Nutzern unter 13 Jahren.

Europa verschärft Regulierung von Social Media

Die Einführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Behörden intensiv prüfen, wie Plattformen das Alter ihrer Nutzer gemäß strenger Datenschutzbestimmungen überprüfen können. Die Sorge: Bisherige Ansätze sind entweder ineffektiv oder greifen zu stark in die Privatsphäre ein. Das Europäische Parlament drängt auf einheitliche Altersgrenzen für Social-Media-Plattformen. Dänemark plant ein Verbot für unter 15-Jährige.

Globaler Trend zu strengeren Altersbeschränkungen

Australien verhängte im vergangenen Jahr als erstes Land weltweit ein umfassendes Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren. Dieser Schritt könnte wegweisend für andere Länder sein. TikTok erklärt, die neue Technologie sei speziell für Europa entwickelt worden, um den regulatorischen Anforderungen der Region zu entsprechen. Bei der Entwicklung arbeitete das Unternehmen eng mit der irischen Datenschutzkommission zusammen, die als federführende EU-Datenschutzregulierungsbehörde für TikTok zuständig ist.

Nutzer werden über Änderungen informiert

Europäische TikTok-Nutzer werden über die Einführung der neuen Technologie benachrichtigt. Die Maßnahme zeigt, wie Social-Media-Konzerne unter zunehmendem Druck stehen, den Jugendschutz zu verbessern, ohne dabei die Privatsphäre erwachsener Nutzer unverhältnismäßig einzuschränken. Die Balance zwischen effektivem Jugendschutz und Datenschutz bleibt eine der größten Herausforderungen für die Branche.

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