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Tianjin verdeutlicht Chinas Probleme

Die leerstehenden Wolkenkratzer in der Millionenstadt sind Symbol für die Immobilien- und Wirtschaftskrise

Tianjin verdeutlicht Chinas Probleme

Tianjin, eine der modernsten und reichsten Städte Chinas, steht aktuell als Symbol für die Wirtschaftskrise des Landes. Die beeindruckende Skyline der Millionenmetropole, etwa 80 Kilometer östlich der Kernstadt von Tianjin gelegen, ist geprägt von zahlreichen leerstehenden und teilweise unvollendeten Wolkenkratzern. Ein lokaler Fahrer schätzt, dass rund 70 Prozent der Gebäude in diesem Bereich ungenutzt sind.

Dieses Bild von Tianjin steht im Widerspruch zu der einstigen Vision, das "New York Chinas" zu werden, eine Metropole, die durch ihre imposanten Hochhäuser zum Finanzzentrum avancieren sollte. Jedoch hat sich diese Vision nicht erfüllt, und die unzähligen leerstehenden Gebäude sind nun zu einer Touristenattraktion geworden, die die wirtschaftlichen Probleme Chinas widerspiegeln.

Am anderen Ende der Stadt befindet sich der Goldin Finance 117, ein 597 Meter hoher Wolkenkratzer, der als die höchste Bauruine der Welt gilt. Die Bauarbeiten an diesem 128-stöckigen Gebäude wurden 2015 eingestellt, nachdem dem Investor das Geld ausging. Dieser Turm und die zahlreichen anderen leer stehenden Gebäude in Tianjin sind sichtbare Zeichen einer tieferen Immobilien- und Wirtschaftskrise in China.

Die Immobilienkrise, die durch überschuldete Immobilienentwickler wie Country Garden oder Evergrande verursacht wurde, hat zu Baustopps und wachsender Unsicherheit bei Käufern geführt. Viele Projekte sind ins Stocken geraten, da die Entwickler mit Vorschusszahlungen arbeiten und die Immobilienpreise inzwischen in vielen Teilen Chinas, einschließlich Tianjin, wieder sinken. Diese Krise belastet die chinesische Wirtschaft erheblich, da der Immobiliensektor zuvor rund ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts ausmachte.

Neben der Immobilienkrise leidet die chinesische Wirtschaft auch unter anderen Problemen, wie der anhaltend hohen Jugendarbeitslosigkeit. Viele junge Menschen sind besorgt um ihre berufliche Zukunft, da die Arbeitslosenquote unter jungen Leuten ein Rekordhoch erreicht hat. Diese Unsicherheit wird durch die jüngsten Entwicklungen in der Covid-Politik und die langsame wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie noch verstärkt.

Die Situation in Tianjin und die wirtschaftlichen Herausforderungen Chinas spiegeln die Schwierigkeiten wider, mit denen sich das Land konfrontiert sieht. Von der Immobilienkrise über die hohe Jugendarbeitslosigkeit bis hin zu den Auswirkungen der Covid-Pandemie stehen die chinesische Wirtschaft und ihre Bürger vor zahlreichen Herausforderungen, die tiefgreifende Veränderungen und Anpassungen erfordern.

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