Thyssenkrupp verbucht 401 Millionen Euro Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft
Massiver Stellenabbau belastet Quartalsergebnis – Verhandlungen mit Jindal Steel laufen weiter

Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp hat im ersten Quartal Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 401 Millionen Euro verbucht. Die Kosten entstehen durch einen umfassenden Stellenabbau in der kriselnden Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE). Parallel dazu laufen die Verkaufsverhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel International weiter.
Die massiven Belastungen führten zu einem Nettoverlust von 353 Millionen Euro im ersten Geschäftsquartal. Analysten hatten hingegen im Durchschnitt mit einem Nettogewinn von 32 Millionen Euro gerechnet. Die Thyssenkrupp-Aktie reagierte am Donnerstag im vorbörslichen Handel mit einem Kursrückgang von 3,2 Prozent auf die Zahlen.
Besonders problematisch zeigt sich der operative Cashflow des Konzerns. Der freie Cashflow vor Fusionen und Übernahmen lag bei minus 1,5 Milliarden Euro – ein deutliches Zeichen für die angespannte Finanzlage. Diese Kennzahl gilt als wichtiger Indikator für die operative Finanzkraft eines Unternehmens.
Weitere Belastungen durch HKM-Ausstieg
Zusätzliche Kosten drohen durch den vorzeitigen Ausstieg aus dem Stahl-Joint-Venture HKM. Thyssenkrupp bezifferte den zu erwartenden Abgangsverlust auf einen "niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag". Diese weiteren Sonderbelastungen könnten die ohnehin angespannte Finanzsituation zusätzlich verschärfen.
Die laufende Restrukturierung der Stahlsparte ist Teil der Strategie von Konzernchef Miguel Lopez. Sein Ziel ist es, Thyssenkrupp in eine schlanke Holding-Struktur umzuwandeln und sich von defizitären Geschäftsbereichen zu trennen. Das Stahlgeschäft versucht der Konzern bereits seit Jahren zu verkaufen.
Strategischer Umbau des Traditionskonzerns
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Zur AktienanalyseLopez hat bereits erste Erfolge beim Konzernumbau vorzuweisen. Die Elektrolyse-Sparte wurde verkauft, das Marine-Geschäft separat an die Börse gebracht. Diese Maßnahmen stützten den Aktienkurs trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds für den Mischkonzern, dessen Portfolio von Autoteilen bis zu Werkstoffen reicht.
Das Stahlgeschäft gilt jedoch als Kernstück der Transformation. Die Sparte ist eng mit der deutschen Industriegeschichte verbunden und beschäftigt tausende Mitarbeiter. Ein erfolgreicher Verkauf an Jindal Steel würde Thyssenkrupp finanziellen Spielraum verschaffen und den Konzernumbau beschleunigen. Die Verhandlungen befinden sich in einer entscheidenden Phase.


