ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Thyssenkrupp treibt Umbau voran: tk accelis vor Börsengang 2026

Mit 99,99 Prozent Zustimmung ebnen Aktionäre den Weg für die Verselbstständigung der Werkstoffsparte tk accelis an der Frankfurter Börse.

Thyssenkrupp treibt Umbau voran: tk accelis vor Börsengang 2026

Die Thyssenkrupp AG setzt ihren tiefgreifenden Konzernumbau mit Nachdruck fort. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. August stimmten die Aktionärsvertreter mit einer überwältigenden Mehrheit von 99,99 Prozent der Verselbstständigung der Werkstoffsparte zu. Diese soll künftig unter dem Namen „tk accelis" als eigenständige, börsennotierte Einheit operieren – ein zentraler Baustein in der Strategie von Konzernchef Miguel López, Thyssenkrupp in eine agile Finanzholding zu transformieren.

Die tk accelis Group AG & Co. KGaA, die bis Juni noch unter dem Namen „Materials Services" firmierte, soll Ende Oktober 2026 in das Handelsregister eingetragen werden. Unmittelbar danach ist die Börsennotierung im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse geplant. Bestehende Thyssenkrupp-Aktionäre erhalten für jeweils 20 gehaltene Aktien einen Anteilsschein an tk accelis. Die Konzernmutter Thyssenkrupp AG bleibt dabei mit einem Anteil von 51 Prozent Mehrheitsgesellschafterin.

Solide Basis für den Börsengang

Die wirtschaftliche Ausgangslage von tk accelis kann sich sehen lassen. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die Sparte einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit rund 15.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist als führender Werkstoffhändler und Dienstleister für Lieferkettenmanagement positioniert – mit einer Marktführerschaft in Europa und einer starken dritten Position in den USA.

Unternehmenschefin Ilse Henne hat ambitionierte Wachstumsziele formuliert: Mittelfristig strebt tk accelis ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als vier Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von vier bis fünf Prozent an. Diese Ziele sollen durch die neu gewonnene finanzielle und unternehmerische Flexibilität als eigenständige Gesellschaft leichter erreichbar sein.

Trotz der deutlichen Zustimmung der Aktionäre gab es auch kritische Stimmen. Philipp Weinmann von der Fondsgesellschaft DWS begrüßte zwar die grundsätzliche Logik der Verselbstständigung, kritisierte jedoch den anhaltend starken Einfluss der Konzernmutter auf die Aufsichtsgremien der neuen Gesellschaft. Er bezweifelte, ob unter diesen Bedingungen von einer echten, unabhängigen Unternehmensführung gesprochen werden könne. Konzernchef López verteidigte den Schritt als notwendige Maßnahme, um tk accelis die Flexibilität zu geben, Marktchancen entschlossener zu verfolgen und Investitionen aus eigener Kraft zu tätigen.

Thyssenkrupp-Umbau als Gesamtprojekt

Die Verselbstständigung von tk accelis ist Teil eines umfassenderen Konzernumbaus. Nach der bereits erfolgten Börsennotierung der Marinesparte TKMS und der Wasserstoff-Tochter Nucera steht als nächstes die Stahlsparte im Fokus. López betonte, dass auch für das Stahlgeschäft eine Verselbstständigung angestrebt wird – wobei eine Minderheitsbeteiligung der Thyssenkrupp AG als Option im Raum steht.

Parallel zu diesen internen Umbrüchen steht die globale Stahl- und Rohstoffindustrie unter dem Druck geopolitischer Spannungen. Die USA planen Insidern zufolge, den Druck auf China durch einen „Doppelschlag" bei Polysilizium zu erhöhen. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump beabsichtigt, Zölle von 15 Prozent auf Polysilizium-Derivate sowie Mindestimportpreise für Polysilizium, Wafer, Zellen und Module einzuführen. Ziel ist es, die heimische Produktion zu schützen und die Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern, die derzeit 80 Prozent der globalen Produktionskapazität für Solaranlagen kontrollieren.

Wacker Chemie im Fokus der Anleger

Diese protektionistischen Maßnahmen könnten weitreichende Folgen für die deutsche Industrie haben. Besonders im Blick: die Münchner Wacker Chemie, die als Weltmarktführer bei hochreinem Chip-Silizium gilt und in Bayern zuletzt ihre Kapazitäten ausgebaut hat. Die Wacker-Aktie reagierte auf die Nachrichten zunächst mit einem Kursplus von 6,5 Prozent.

Experten warnen jedoch vor den Risiken der US-Maßnahmen: Zölle und Mindestpreise könnten die Kosten für Halbleiter und Solarmodule in den USA massiv in die Höhe treiben. Da die US-Solarindustrie stark vom Import von Wafern und Zellen abhängig ist, könnte die Maßnahme sowohl die Energiewende als auch die KI-Infrastruktur verteuern. Die chinesische Botschaft in Washington forderte die USA bereits auf, die Maßnahmen zu stoppen und den Dialog zu suchen. Für die deutsche Industrie, die ohnehin mit einer zunehmenden Abhängigkeit vom chinesischen Markt kämpft, bleibt die Lage hochgradig volatil.

ThyssenkruppTk AccelisBörsengangKonzernumbauWerkstoffsparteMiguel LópezWacker ChemiePolysilizium

Disclaimer