Thyssenkrupp: Stahlumbau kostet 353 Millionen Euro Verlust
Restrukturierungskosten belasten das erste Quartal massiv – Verkaufsgespräche mit Jindal laufen weiter

Der Traditionskonzern Thyssenkrupp kämpft mit den finanziellen Folgen seiner Stahlreform. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 (bis Ende September) verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag noch bei 51 Millionen Euro gelegen.
Der drastische Anstieg geht hauptsächlich auf Restrukturierungskosten in der Stahlsparte zurück, die sich auf 401 Millionen Euro summierten. Analysten hatten dagegen mit einem Gewinn von 32 Millionen Euro gerechnet – die Erwartungen wurden damit deutlich verfehlt.
Die Essener bestätigten ihre Jahresprognose, wonach 2025/26 ein Gesamtverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro zu erwarten ist. Darin enthalten sind vor allem Rückstellungen für Abfindungen bei der Stahlsparte Steel Europe, wo bis zu 11.000 der 26.000 Arbeitsplätze wegfallen oder ausgelagert werden sollen.
Verkaufsgespräche in kritischer Phase
Parallel laufen intensive Verhandlungen mit dem indischen Stahlriesen Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf des Stahlgeschäfts. Derzeit befindet sich das Projekt in der umfassenden Due-Diligence-Prüfung, wie Thyssenkrupp mitteilte. Frühere Versuche, die Sparte zu verkaufen, an die Börse zu bringen oder in ein Joint Venture einzubringen, waren alallesamt gescheitert.
Zusätzlich belastet der Ausstieg beim benachbarten Stahlkonzern HKM die Bilanz. Hier rechnet Thyssenkrupp mit einem Verlust im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich.
Operative Verbesserung gibt Hoffnung
Trotz der hohen Sonderbelastungen zeigt sich operativ ein positives Bild. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) der Stahlsparte kletterte auf 216 Millionen Euro, nach 168 Millionen Euro im Vorjahr. Steel Europe profitierte dabei von sinkenden Rohstoffkosten und ersten Effizienzmaßnahmen.
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Zur AktienanalyseAuch konzernweit verbesserte sich das bereinigte EBIT um 20 Millionen auf 211 Millionen Euro. "Wir stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit Schritt für Schritt und treiben gleichzeitig die Transformation des Konzerns entschlossen voran", betonte Vorstandschef Miguel Lopez.
Für Anleger bleibt die Aktie hochspekulativ. Der Erfolg der Restrukturierung und der Ausgang der Jindal-Verhandlungen werden über die Zukunft des traditionsreichen Industriekonzerns entscheiden.


