Thyssenkrupp präsentiert Zahlen im laufenden Umbau
Stahlsparte, TKMS-Abspaltung und Strukturreformen prägen den Konzernkurs

Mitten in einem umfassenden Umbauprozess hat Thyssenkrupp seine aktuellen Jahreszahlen präsentiert. Das Unternehmen befindet sich seit Monaten in einer Phase struktureller Anpassungen, nachdem der Konzern bereits im August seine Prognosen für das zum 30. September beendete Geschäftsjahr 2024/25 zurückgenommen hatte. Grundlage dafür waren eine rückläufige Nachfrage und niedrigere Preise, die in mehreren Geschäftsbereichen zu Belastungen führten. Erwartet worden war ein Umsatzrückgang zwischen fünf und sieben Prozent, nachdem der Konzern im Vorjahr rund 35 Milliarden Euro erzielt hatte. Für das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern wurde eine Spanne im unteren Bereich zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro angegeben.
Im Mittelpunkt des Interesses standen zudem die laufenden Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine mögliche vollständige Übernahme der Stahlsparte. Beide Unternehmen hatten Mitte September bestätigt, dass ein unverbindliches Angebot vorliegt. Die Stahlsparte gilt als größter Stahlproduzent Deutschlands und steht seit längerem unter erheblichem Transformationsdruck. Geplant ist ein tiefgreifender Sanierungskurs, der unter anderem den Abbau und die Auslagerung Tausender Arbeitsplätze vorsieht. Der Konzern strebt damit an, die Wettbewerbsfähigkeit des Bereichs nachhaltig zu stärken und die strukturellen Herausforderungen des Marktes zu adressieren.
Parallel dazu treibt Thyssenkrupp die Neuordnung seiner übrigen Sparten voran. Im Oktober wurde die Marineschiffbausparte TKMS an die Börse gebracht. Das Unternehmen behielt dabei die Mehrheit der Aktien, führt die Einheit nun jedoch eigenständig am Kapitalmarkt. Auch die Bereiche Autoteile, Werkstoffhandel und grüne Technologien sollen in den kommenden Jahren separat aufgestellt und kapitalmarktfähig gemacht werden. Die Konzernholding soll sich künftig auf die Rolle einer strategischen Führungsgesellschaft konzentrieren, während die operativen Einheiten stärker eigenverantwortlich agieren sollen. Ende Juni beschäftigte der Konzern knapp 94.000 Mitarbeiter.
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Zur AktienanalyseZusätzliche Angaben betrafen die jüngste Entwicklung der börsennotierten TKMS. Die Aktie verzeichnete zum Zeitpunkt der Meldung leichte Kursgewinne, während die Veränderung der vergangenen sieben und 30 Tage gegensätzliche Tendenzen zeigte. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei 4,56 Milliarden Euro, Analysten gaben durchschnittliche Kursziele im mittleren zweistelligen Bereich an. Die Bandbreite der Einschätzungen zeigte unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Unternehmens.


