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Thyssenkrupp: Milliardenverlust und die Zukunft der Stahlsparte

Abschreibungen und Umbaupläne - Wie der Konzern die Wende herbeiführen will

Thyssenkrupp: Milliardenverlust und die Zukunft der Stahlsparte

Der Industriekonzern Thyssenkrupp verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 hohe Verluste aufgrund von Abschreibungen im Stahlgeschäft. Laut Unternehmensangaben beträgt der Nettoverlust nach Berücksichtigung von Anteilen Dritter beachtliche 2,1 Milliarden Euro. Dies steht im starken Kontrast zu den 1,1 Milliarden Euro Gewinn, den das Unternehmen im vorherigen Geschäftsjahr erzielt hatte. Die Nachfrage nach Stahlprodukten belastete das Geschäft, doch vor allem die Abschreibungen auf das Anlagevermögen der Tochtergesellschaft Steel Europe in Höhe von 2,1 Milliarden Euro trugen zu diesem desaströsen Ergebnis bei. Diese Maßnahmen waren aufgrund eines eingetrübten wirtschaftlichen Umfelds und gestiegener Kapitalkosten notwendig geworden.

Ursprünglich hatte Thyssenkrupp einen ausgeglichenen Jahresüberschuss angekündigt, jedoch trotz des Verlustes sollen die Aktionäre weiterhin eine unveränderte Dividende von 0,15 Euro je Aktie erhalten, da der Cash-Flow auf 363 Millionen Euro angestiegen ist.

Der neue Vorstandschef des Konzerns, Miguel López, plant eine Neuausrichtung der Stahlsparte, um sie wieder profitabler zu machen. Dies beinhaltet den Umbau des Bereichs zu einer umweltfreundlichen Stahlproduktion, die eine beträchtliche Menge erneuerbarer Energien erfordert. Thyssenkrupp befindet sich derzeit in Verhandlungen mit der Holding EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky über ein Joint Venture. EPH besitzt in Ostdeutschland Braunkohleunternehmen, MIBRAG und LEAG genannt, die in Zukunft verstärkt klimaneutralen Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen wollen. Die genauen Details dieses potenziellen Joint Ventures werden derzeit verhandelt.

Im kommenden Geschäftsjahr strebt Thyssenkrupp an, in die Gewinnzone zurückzukehren. Das Unternehmen erwartet einen Jahresüberschuss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, wobei das Management aufgrund anhaltend schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen vorsichtig bleibt. Das bereinigte EBIT soll auf einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag steigen, während der Umsatz leicht wachsen soll.

Die Tochtergesellschaft von Thyssenkrupp, Nucera, die auf Elektrolyse spezialisiert ist, verzeichnete im dritten Quartal dank eines großen Auftragsbestandes im Bereich Wasserelektrolyse ein starkes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Nucera, notiert im Nebenwerteindex SDAX, wird konkrete Zahlen Mitte Dezember vorstellen. Die Elektrolyse mit Wasserstoff ermöglicht eine CO2-neutrale Stahlproduktion und hat daher strategische Bedeutung für Thyssenkrupp. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen hofft Thyssenkrupp auf eine positive Trendwende und eine erfolgreiche Zukunft für das Unternehmen.

ThyssenkruppIndustrieHolding EPH

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