Thyssen-Krupp: Stahlsparte vor drastischen Einschnitten
IG Metall warnt vor massiven Arbeitsplatzverlusten und internen Streitigkeiten

Der Konflikt um die Neuausrichtung der Stahlsparte von Thyssen-Krupp verschärft sich weiter. Die Gewerkschaft IG Metall warnt, dass die Reduzierung der Produktionskapazitäten gravierender ausfallen könnte als bislang angenommen. Berichten zufolge könnte die jährliche Stahlproduktion von 11,5 Millionen Tonnen auf fünf bis sechs Millionen Tonnen sinken. Dies würde weitreichende Konsequenzen für Thyssen-Krupp Steel und seine etwa 27.000 Mitarbeiter haben, da eine solche Reduzierung die Schließung mehrerer Anlagen und Standorte nach sich ziehen könnte.
Derzeit gibt es jedoch noch keine konkreten Pläne für diese Maßnahmen, was den Arbeitnehmern die Möglichkeit nimmt, sich aktiv zu wehren oder Streikmaßnahmen zu organisieren. Die IG Metall hat am Mittwoch ein Flugblatt veröffentlicht, in dem vor einem „Horror mit halber Hütte“ gewarnt wird. Zwischen 9.000 und 10.000 Arbeitsplätze könnten durch den geplanten Abbau gefährdet sein.
Der Streit innerhalb des Unternehmens über die Zukunft der Stahlsparte ist bereits seit Wochen im Gange. Im April wurde der Stahlvorstand unter Bernhard Osburg beauftragt, einen Businessplan für die Neuausrichtung der Sparte zu erstellen. Dieser Plan, der dem Mutterkonzern vorgelegt wurde, sieht eine Reduzierung der Produktionskapazität auf 9,5 Millionen Tonnen vor. Der Thyssen-Krupp-Vorstand unter Miguel Lopez hat jedoch Kritik an diesem Plan geübt und verlangt eine noch weitreichendere Reduzierung. Dies hat zu Spannungen zwischen den beiden Vorständen geführt.
Thyssen-Krupp hat angekündigt, den eingereichten Businessplan durch ein Gutachten des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) überprüfen zu lassen. Das Gutachten soll klären, ob das Unternehmen sich in einer Krisensituation befindet und wie die Geschäftstätigkeit fortgeführt werden kann. Ergebnisse werden in einigen Monaten erwartet.
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Zur AktienanalyseZusätzlich zu den internen Streitigkeiten gibt es auch externe Entwicklungen. Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hat bereits 20 Prozent der Thyssen-Krupp-Stahlsparte übernommen und plant, seinen Anteil auf 50 Prozent zu erhöhen. Der Teilverkauf könnte jedoch durch die Unsicherheiten über die finanzielle Lage der Stahlsparte gefährdet werden. Der Konflikt um die „Mitgift“ für die Stahltochter und die benötigten Investitionen könnte die Verhandlungen um den Teilverkauf weiter komplizieren.


