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Thyssen-Krupp plant radikale Änderungen im Stahlvorstand

Vorstandschef López will Osburg und weitere Vorstände vorzeitig ablösen

Thyssen-Krupp plant radikale Änderungen im Stahlvorstand

Thyssen-Krupp-Chef Miguel López plant, den Vorstand der Stahltochter im Zuge des anhaltenden Konflikts zu ersetzen. Wie aus Kreisen des Industriekonzerns verlautet, haben drei von fünf Vorständen der Gesellschaft, darunter auch Stahlchef Bernhard Osburg, Angebote für eine vorzeitige Vertragsauflösung erhalten. Weder Thyssen-Krupp Steel noch der Mutterkonzern haben sich offiziell zu den Personalentscheidungen geäußert, was die Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung weiter verstärkt.

Der Hintergrund für diesen Schritt liegt in der Unzufriedenheit López' mit der bisherigen Planung zur Neuausrichtung des Stahlgeschäfts. Die Muttergesellschaft, die sich von der defizitären Stahlsparte trennen will, hatte bereits einen Teil an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky verkauft. Die geplante Umstrukturierung gilt als die größte Herausforderung in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Insbesondere der offene Konflikt zwischen López und Osburg hat sich zu einem zentralen Problem entwickelt, da bisher keine Lösung in Sicht ist.

Der Kern des Streits besteht in der Frage, wie die Stahlsparte vom Konzern abgespalten werden soll. Osburgs Team hatte ein Konzept zur Stabilisierung der Stahlsparte erarbeitet, das jedoch von López abgelehnt wurde. Er kritisierte öffentlich, dass Osburg keinen langfristig tragfähigen Businessplan vorgelegt habe. Während die Arbeitnehmer Osburg unterstützen, stellt sich die Arbeitgeberseite hinter López, was die Spannungen weiter verschärft. Besonders der Aufsichtsratsvorsitzende Siegfried Russwurm und Ursula Gather, Vertreterin der Krupp-Stiftung, stehen hinter den Entscheidungen des Konzernchefs.

Die bevorstehenden Vertragsauflösungen könnten bereits in dieser Woche besiegelt werden, wobei die Entscheidung am Donnerstag auf einer Aufsichtsratssitzung von Thyssen-Krupp Steel getroffen werden soll. Es wird berichtet, dass López und andere Konzernvorstände aus Sicherheitsgründen nur per Video an der Sitzung teilnehmen wollen, obwohl einige dies als übertrieben ansehen.

Ein zentraler Punkt der Sitzung wird die Finanzierung und die Kostensteigerung bei der neuen Direktreduktionsanlage sein, die ab 2029 emissionsfrei Stahl produzieren soll. Die Kostensteigerung wird auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, was für Unmut sorgt, jedoch nicht der Hauptgrund für die angestrebten personellen Veränderungen ist.

Im Kern geht es darum, wer die Kontrolle über die Stahlsparte behält. Osburg und sein Team hätten zu eigenständig agiert, unterstützt von der Gewerkschaft IG Metall, die traditionell eine starke Rolle in dem Unternehmen spielt. López soll höhere Preise und Versandmengen gefordert haben, um die Stahltochter rentabler darzustellen, was Osburg jedoch ablehnte, da dies seiner Ansicht nach nicht der Realität entspreche. Die Differenzen über die Höhe der Mitgift bei der Abspaltung der Stahlsparte stellen einen weiteren Konfliktpunkt dar.

ThyssenkruppManagement Streit

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