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Thermalkohle wird zum Gewinner der Energiekrise

LNG verteuert sich durch Nahostkonflikt – Asiens Käufer wechseln zurück zur Kohle

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Thermalkohle wird zum Gewinner der Energiekrise

Thermalkohle profitiert derzeit deutlich von den Spannungen im Nahen Osten, da sie sich im Vergleich zu verflüssigtem Erdgas (LNG) als kostengünstigere Energiequelle erweist. Der zunehmende Konflikt zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und Iran hat nicht nur Auswirkungen auf den Ölmarkt, sondern beeinflusst auch den globalen LNG-Handel. Ein Großteil des LNG aus Katar, einem der führenden Exporteure, wird durch die Straße von Hormus verschifft – eine Engstelle, die nun wieder verstärkt in den Fokus rückt.

Obwohl es bislang keine bestätigten Störungen der LNG-Lieferungen aus Katar gibt, hat allein die Sorge um mögliche Angriffe oder Blockaden zu einem Anstieg der Spotpreise geführt. In Nordasien kletterte der Preis für LNG auf 14 Dollar pro Million British Thermal Units (mmBtu) – der höchste Stand seit vier Monaten. Noch eine Woche zuvor hatte der Preis bei 12,60 Dollar gelegen. Die jüngste Eskalation durch die Beteiligung der USA, deren Präsident am 21. Juni Luftangriffe auf iranische Atomanlagen bestätigte, dürfte die Preisdynamik weiter antreiben.

Für energieintensive Länder wie Japan und Südkorea, die in der Lage sind, flexibel zwischen Energieträgern zu wechseln, verliert LNG damit zunehmend an Attraktivität. Die australische Thermalkohle mit einem Energiegehalt von 6.000 Kilokalorien pro Kilogramm, vornehmlich über den Hafen Newcastle gehandelt, lag in derselben Woche bei 109,41 Dollar je Tonne – ebenfalls ein Viermonatshoch. Umgerechnet entspricht dies etwa 12,18 Dollar pro mmBtu, was einem Preisnachlass von rund 13 Prozent gegenüber LNG entspricht.

Ein Blick auf die aktuellen Importzahlen Japans deutet bereits auf eine steigende Nachfrage hin. Laut Analysten des Datenanbieters Kpler beliefen sich die Kohleeinfuhren im Juni auf 6,57 Millionen Tonnen, nach 6,39 Millionen Tonnen im Mai. Für Juli wird derzeit mit 7,23 Millionen Tonnen gerechnet – dem höchsten Wert seit März. Diese Schätzung könnte sich noch erhöhen, sobald weitere Lieferungen registriert werden.

Neben geopolitischen Entwicklungen spielt auch die Saisonalität eine Rolle. In den Sommermonaten steigt der Strombedarf, was regelmäßig zu höheren Importmengen führt. Im Juli 2024 hatte Japan insgesamt 10,05 Millionen Tonnen Thermalkohle eingeführt. Die bislang bewerteten Mengen für Juli 2025 erreichen bereits mehr als 70 Prozent dieses Volumens, was eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr wahrscheinlich macht.

China und Indien, die größten Kohleimporteure Asiens, sind von den Entwicklungen am LNG-Markt weniger betroffen. In beiden Ländern spielt Erdgas eine untergeordnete Rolle in der Stromerzeugung. Mittel- bis langfristig könnten sie jedoch die aktuellen Unsicherheiten im Nahen Osten als weiteren Anstoß sehen, ihre Abhängigkeit von Öl und Gasimporten zu reduzieren – auch durch eine verstärkte Nutzung heimischer Kohlevorkommen.

KohleGasLNGEnergie

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