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The Westies: Neuer Gangster-Thriller als Peaky-Blinders-Ersatz

Die neue Serie über die irische Unterwelt New Yorks der 1980er-Jahre überzeugt mit starken Wendungen und markanten Charakteren.

The Westies: Neuer Gangster-Thriller als Peaky-Blinders-Ersatz

Die neue Krimiserie „The Westies" erzählt die Geschichte einer realen irischen Gang im New York der frühen 1980er-Jahre. Im Mittelpunkt steht ihr Versuch, mit den mächtigen italienischen Verbrecherfamilien der Stadt zu kooperieren – und gleichzeitig gegen sie zu bestehen. Die Serie läuft auf dem Streaming-Dienst MGM+ und stammt aus der Feder von Michael Panes und Chris Brancato.

Brancato ist kein Unbekannter im Genre: Er gehört zu den Schöpfern der erfolgreichen Kartell-Dramen „Narcos" und „Narcos: Mexico". Dieses Erbe ist „The Westies" deutlich anzumerken – die Serie ist brutal, gespickt mit robusten Wendungen und weitet ihren Fokus schrittweise auf größere geopolitische Themen aus. Dazu zählen der Nordirlandkonflikt und die Kampagne für ein vereintes Irland.

Starke Besetzung und bekannte Strukturen

Das Herzstück der Serie bildet die Figur des Eamon Sweeney, eine hartgesottene Vaterfigur, die von JK Simmons – bekannt aus dem Oscarfilm „Whiplash" – mit bösartiger Coolness verkörpert wird. Um ihn herum gruppieren sich verschiedene Ebenen von Handlangern und Soldaten, die jeweils um ihren Platz in der Familienhierarchie kämpfen. Lange, gewalttätige Kampfszenen werden von aktuellen Bands wie Kneecap und Fontaines DC musikalisch untermalt.

Die Ausgangslage ist klar: Die „Five Families" der italienischen Mafia sind den Westies zahlenmäßig hundert zu eins überlegen. Die Italiener kontrollieren das Baugewerbe, die Gewerkschaften und den Großteil der Schutzgelderpressung in der Stadt. Sweeney und seine Männer hingegen kontrollieren Hell's Kitchen – und während sich New York vom Bankrott und der Armut der 1970er-Jahre erholt, lassen sich mit Bauprojekten Millionen verdienen.

Als ein brüchiger Waffenstillstand zwischen den Gruppen zusammenbricht, droht blutiges Chaos. Die Serie beginnt bezeichnenderweise mit einer klassischen Szene: Ein hochrangiger Italiener sitzt gefesselt in einem leeren Lagerhaus, entführt von irischen Untergebenen, die schnelles Geld verdienen wollen. Eamons Auftritt macht sofort klar, dass solche Alleingänge in der neuen Ordnung keinen Platz haben.

Frischer Blick auf bekanntes Terrain

Kritiker vergleichen „The Westies" unweigerlich mit „Peaky Blinders" – der Serie über die Shelby-Gangsterfamilie im Birmingham der Nachkriegszeit, die weltweit Millionen Fans gewann. Zwar fehlt „The Westies" der Humor und der draufgängerische Geist jener Produktion, doch als würdiger Ersatz für Fans des Genres dürfte sie dennoch funktionieren.

Die „Five Families" der New Yorker Mafia wurden in Filmen wie „Der Pate" und der Serie „Die Sopranos" bereits ausführlich beleuchtet. „The Westies" frischt das Thema auf, indem sie die Ereignisse konsequent aus dem Blickwinkel der irischen Außenseiter erzählt. Nebenhandlungsstränge mit dem FBI und der Polizei, die in unterschiedlichem Maße in die Machenschaften der Unterwelt verstrickt sind, verleihen der Serie zusätzliche Tiefe.

Das Ergebnis ist ein eleganter Unterwelt-Thriller, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber durch starke schauspielerische Leistungen und einen scharfen Blick für zeitgenössische Details überzeugt. MGM+ mag deutschen Zuschauern als Streaming-Plattform weniger geläufig sein – doch „The Westies" ist eine Serie, die es verdient, nicht übersehen zu werden.

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