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The Metals Company plant Tiefseebergbau vor US-Küste

Umweltverbände warnen vor Artensterben, internationale Regeln weiter unklar

The Metals Company plant Tiefseebergbau vor US-Küste

Der kanadische Bergbaukonzern The Metals Company hat nach eigenen Angaben einen formellen Antrag beim US-Handelsministerium eingeleitet, um Genehmigungen für die Erkundung und den Abbau von mineralischen Rohstoffen auf dem Meeresboden zu erhalten. Das Unternehmen beabsichtigt, sich dabei auf den „Deep Seabed Hard Mineral Resources Act“ (DSHMRA) von 1980 zu stützen, anstatt den üblichen Weg über die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) zu gehen. Zur Begründung führte The Metals Company an, dass die ISA bislang noch keine verbindlichen Regelungen für den Tiefseebergbau verabschiedet habe.

Zusätzlich teilte das Unternehmen mit, eine sogenannte Vorantragsberatung bei der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) beantragt zu haben. Ziel dieses Schrittes ist es, im weiteren Verfahren mögliche umwelt- und genehmigungsrechtliche Fragen im Vorfeld zu klären. The Metals Company strebt an, das erste Unternehmen zu werden, das eine offizielle Genehmigung zur Erschließung von Tiefsee-Mineralvorkommen erhält.

Die Ankündigung des Unternehmens stößt auf heftige Kritik von Umweltorganisationen. Diese fordern, jegliche Aktivitäten im Zusammenhang mit dem industriellen Abbau am Meeresboden zu verbieten. Die Umweltschützer warnen vor einem möglichen unwiederbringlichen Verlust der Artenvielfalt, sollte der kommerzielle Tiefseebergbau Realität werden.

Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus 36 Staaten zu einem Treffen des ISA-Rates in Kingston, Jamaika, zusammengekommen sind. Dabei soll darüber beraten werden, ob Unternehmen künftig den Abbau von Metallen wie Kupfer und Kobalt auf dem Meeresboden aufnehmen dürfen. Beobachter gehen allerdings nicht davon aus, dass bis zum Ende der laufenden Verhandlungsrunde ein endgültiger Regelungstext vorliegen wird. Darüber hinaus wollen die Delegationen erörtern, wie mit Anträgen umzugehen ist, die möglicherweise vor Abschluss der Regulierung gestellt werden.

Der Vorstandsvorsitzende von The Metals Company, Gerard Barron, erklärte, man verfüge über genügend Wissen, um mit der Erkundung zu beginnen, und könne die Umweltfolgen kontrollieren. Wichtig sei nun ein Regulierer mit einem robusten Regelwerk, der den Antrag fair prüfe. Die Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete den Schritt des Unternehmens hingegen als „verzweifelt“ und warf ihm vor, durch den Rückgriff auf US-Recht einen Bruch des internationalen Gewohnheitsrechts herbeizuführen.

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