Thailand erhöht LNG-Importe aus den USA
Auch Ethangas und Agrarprodukte sollen künftig stärker eingeführt werden

Thailand plant, in den kommenden fünf Jahren mehr verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten zu importieren. Das kündigte Finanzminister Pichai Chunhavajira am Mittwoch an. Bereits für das kommende Jahr besteht eine Vereinbarung über die Einfuhr von einer Million Tonnen LNG im Wert von 500 Millionen US-Dollar. Diese Lieferung ist Teil eines 15-Jahres-Plans, der ab 2026 insgesamt 15 Millionen Tonnen umfassen soll.
Zusätzlich plane Thailand einen weiteren Vertrag über mehr als eine Million Tonnen LNG aus den USA im Wert von rund 600 Millionen US-Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre. Pichai erklärte, dass Thailand als Importeur von LNG auch eine Rolle als regionaler Verteiler anstrebe und daher seine Importe ausweiten müsse. Neben LNG soll auch Ethangas aus den Vereinigten Staaten bezogen werden. Konkret geht es um eine Menge von 400.000 Tonnen im Wert von 100 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren.
Die Äußerungen des Finanzministers erfolgen im Vorfeld von Gesprächen mit US-Vertretern, die in der kommenden Woche stattfinden sollen. Hintergrund sind von US-Präsident Donald Trump angekündigte Exportzölle, die Thailand besonders hart treffen würden. Konkret steht ein Strafzoll von 36 Prozent im Raum, der erhebliche Auswirkungen auf die thailändische Wirtschaft haben könnte. Pichai hatte bereits zuvor erklärt, dass ein solcher Tarif das Wirtschaftswachstum Thailands um einen Prozentpunkt verringern könnte.
Um die Belastung durch die Zölle abzumildern, plant Thailand eine Ausweitung der Importe aus den USA. Dies betrifft unter anderem Mais, Sojaschrot, Rohöl, Ethangas, LNG, Autos, Elektronikprodukte sowie Flugzeuge. Zudem will die thailändische Regierung bestehende Regeln zur Einfuhr von US-amerikanischem Schweinefleisch überprüfen und auch den Import von Rindfleisch, Innereien und Alkohol aus den Vereinigten Staaten in Betracht ziehen.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus kündigte die Regierung an, thailändische Investitionen in den Vereinigten Staaten stärker zu fördern und verstärkt gegen falsche Ursprungsangaben bei Produkten vorzugehen, die über Thailand in die USA exportiert werden. Vor der Ankündigung des Strafzolls hatte die Regierung ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent für dieses Jahr angestrebt. Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum 2,5 Prozent betragen.


