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Teyssen investiert in norwegisches KI-Start-up

Versiro optimiert Stromhandel für Erzeuger und große Kunden mit Künstlicher Intelligenz

Teyssen investiert in norwegisches KI-Start-up

Zwei junge Unternehmer aus Norwegen haben mit ihrer innovativen Geschäftsidee bedeutende Investoren angelockt. Johannes Teyssen, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Eon-Konzerns, hat bekannt gegeben, dass er in das norwegische Start-up Versiro investieren wird. Dieses Unternehmen setzt Künstliche Intelligenz ein, um den Stromhandel für Kraftwerksbetreiber und große Stromkunden zu optimieren. Teyssen wird einer der Haupteigner des Start-ups, das von Simon Risanger und Markus Löschenbrand vor zwei Jahren gegründet wurde. Durch eine aktuelle Finanzierungsrunde erhält Versiro von Teyssen und anderen Investoren insgesamt 2,3 Millionen Euro und wird nun mit 10,5 Millionen Euro bewertet.

Jørgen Kildahl, der als Leiter des Boards fungiert, hat ebenfalls eine lange Karriere im Energiesektor hinter sich, unter anderem bei Statkraft und Eon. Teyssen betonte gegenüber dem Handelsblatt, dass sein Engagement nicht nur darauf abzielt, die Gewinne einzelner Kunden zu erhöhen. Vielmehr soll Versiro dazu beitragen, die Energiesysteme und Infrastrukturen intelligenter und effizienter zu nutzen, was einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten könne.

Durch die Energiewende hat sich die Stromerzeugung grundlegend verändert. Während früher große Kraftwerke den Strom produzierten, erzeugen heute zahlreiche Wind- und Solarparks Elektrizität. Auch der Stromverbrauch hat sich gewandelt, da immer mehr Geräte auf Strom anstatt auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. In diesem zunehmend komplexen System sollen die Lösungen von Versiro sowohl Stromerzeugern als auch großen Stromkunden helfen, kluge Entscheidungen zu treffen.

Teyssen erklärte weiter, dass Kraftwerksbetreiber täglich angeben müssen, wie viel Strom sie am nächsten Tag produzieren werden. Besonders für Wind- und Solarparkbetreiber sei dies eine Herausforderung, da sie bei unvorhersehbaren Wetteränderungen Strommengen zurückkaufen müssen. Die Künstliche Intelligenz von Versiro könne ihnen jedoch helfen, mutiger zu bieten und somit flexibler zu reagieren. Ein aktuelles Beispiel für die Bedeutung schneller Entscheidungen im Stromhandel zeigte sich, als ein technischer Fehler an der europäischen Strombörse Epex Spot zu einer kurzfristigen Verzehnfachung der Strompreise führte. Flexible Kraftwerksbetreiber konnten in dieser Situation hohe Gewinne erzielen, während weniger flexible Kunden große Verluste hinnehmen mussten.

Versiro ist bereits im Gespräch mit großen Stromerzeugern, um ihre Lösung auch in anderen europäischen Ländern anzubieten. Die Lösung von Versiro wird zunächst für große Energieproduzenten wie Uniper, EDF, Engie oder Vattenfall interessant sein, aber auch kleinere Anbieter wie Betreiber von größeren Solar- oder Windparks sowie Energienutzer wie Stahlwerke sollen profitieren können. Angesichts der steigenden Zahl von Stromerzeugern und -verbrauchern sowie der wetterbedingt schwankenden Stromerzeugung sind intelligente Lösungen entscheidend für den Erfolg der Energiewende. Laut Teyssen kann Versiro auch helfen, den nötigen Ausbau der Stromnetze zu reduzieren und so Milliardeninvestitionen einzusparen.

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