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Texas verbietet Delta-8 und Delta-10 THC – was bleibt legal?

Ab Freitag gelten in Texas strenge neue Regeln für Hanf-THC-Produkte – mit erheblichen Folgen für Verbraucher und die Branche.

Texas verbietet Delta-8 und Delta-10 THC – was bleibt legal?

Texas verschärft seine Cannabisgesetze erheblich: Ab Freitag sind mehrere aus Hanf gewonnene THC-Varianten im Bundesstaat verboten. Betroffen sind unter anderem Delta-8-THC, Delta-10-THC, THCP sowie THCA-Blüten. Wer diese Produkte besitzt oder verkauft, riskiert künftig Gefängnisstrafen und Bußgelder.

Die einzige legale Ausnahme bleibt Delta-9-THC – allerdings nur in Produkten mit einem THC-Gehalt von maximal 0,3 Prozent in der Trockenmasse. Delta-9 ist das am häufigsten verkaufte THC-Produkt in Texas und kommt natürlich in der Cannabispflanze vor. Es wird in der Regel nicht synthetisch hergestellt, was seine Sonderstellung im Gesetz erklärt.

Cannabis-Experten warnen vor gravierenden Auswirkungen auf den Markt. Das Verbot könnte mehr als die Hälfte der THC-Produkte aus den Regalen einiger Geschäfte verschwinden lassen. „Es ist ein ziemlich harter Schlag und kriminalisiert viele Cannabisprodukte wieder, die im Bundesstaat seit vielen Jahren völlig legal und zulässig waren. Wir machen also Rückschritte in Richtung Prohibition", sagte Sarah Todd, Medienvertreterin des Texas Cannabis Policy Center.

Hintergrund: Fünf Jahre rechtliche Grauzone

Die neuen Regeln gehen auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Texas aus dem Mai zurück. Das Gericht erlaubte dem texanischen Gesundheitsministerium (Texas Department of State Health Services, DSHS), alle aus Hanf gewonnenen THC-Varianten – mit Ausnahme von niedrig dosiertem Delta-9-THC – als Anhang-I-Betäubungsmittel neu einzustufen. Diese Einstufung macht Besitz und Verkauf der betroffenen Substanzen im Bundesstaat illegal.

Das Urteil beendete eine einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2021, die das DSHS bis dahin daran gehindert hatte, die neue Klassifizierung durchzusetzen. In den vergangenen fünf Jahren konnten Geschäfte in Texas dadurch faktisch verschiedene THC-Varianten legal anbieten. Für die Hanfindustrie des Bundesstaates war die Zeit seither von großer Unsicherheit geprägt: Eine Flut von Gerichtsentscheidungen riss Produkte aus den Regalen – und brachte sie teils wieder zurück.

Was ist der Unterschied zwischen den THC-Varianten?

Nicht alle THC-Formen wirken gleich. Delta-8 und Delta-10 erzeugen einen schwächeren Rausch als das bekanntere Delta-9-THC, weshalb sich manche Konsumenten bewusst für diese Alternativen entscheiden. Das erläutert Joao Mitchell, Manager von ATX Organics und legislativer Direktor des Texas Cannabis Collective. Mit dem neuen Verbot entfallen diese Optionen für texanische Verbraucher vollständig.

Die rechtliche Grundlage für die Sonderstellung von Delta-9 liegt im bundesweiten „Farm Bill" von 2018. Dieses US-Bundesgesetz definiert Hanf legal als Cannabis mit einem maximalen Delta-9-THC-Gehalt von 0,3 Prozent und listet andere Cannabinoide nicht explizit auf. Dadurch entstand in den vergangenen Jahren ein rechtlicher Spielraum, den die Hanfindustrie für den Verkauf von Delta-8 und anderen Varianten nutzte.

Für Verbraucher in Texas bedeutet das ab Freitag: Berauschende Hanfprodukte bleiben grundsätzlich kaufbar – jedoch ausschließlich auf Basis von Delta-9-THC in den gesetzlich erlaubten Mengen. Alle anderen synthetisch hergestellten THC-Formen sind fortan verboten und können strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

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