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Teva-Aktie: Wall Street sieht bis zu 60% Kurspotenzial

Alle befragten Analysten empfehlen Teva zum Kauf – trotz eines Kursrückgangs von 40% in den letzten zehn Jahren.

Teva-Aktie: Wall Street sieht bis zu 60% Kurspotenzial

Teva Pharmaceutical Industries befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Der israelische Pharmariese wandelt sich vom reinen Generika-Hersteller zum Anbieter innovativer Markenmedikamente – und zieht damit die volle Aufmerksamkeit der Wall Street auf sich. Laut einer Auswertung von CNN Business empfehlen derzeit alle befragten Analysten die Aktie zum Kauf. Die 12-Monats-Kursziele implizieren ein Aufwärtspotenzial von 28% bis 60% gegenüber dem aktuellen Kurs von rund 31 US-Dollar.

Das klingt ambitioniert – zumal der Kurs von Teva in den vergangenen zehn Jahren um 40% gefallen ist, während der breite Aktienmarkt deutlich zulegte. Doch genau solche Comeback-Storys können für Anleger die höchsten Renditen bringen, wenn die Wende gelingt.

Neuausrichtung unter neuem CEO

Seit CEO Richard Francis im Januar 2023 die Führung übernahm, treibt er den strategischen Wandel konsequent voran. Das Unternehmen setzt zunehmend auf die Entwicklung neuartiger Medikamente statt auf margenschwache Generika. Dieser Weg ist risikoreich: Die Arzneimittelentwicklung ist teuer, und viele Präparate erreichen den Markt nie. Gelingt ein Durchbruch, winken jedoch jahrelanger Patentschutz und Umsätze in Milliardenhöhe mit hohen Margen.

Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 zeigen die laufende Verschiebung deutlich. Der Umsatz mit Generika und Biosimilars sank um 28% auf 612 Millionen US-Dollar und machte damit noch 40% des Gesamtumsatzes aus. Gleichzeitig wächst das Flaggschiff-Medikament Austedo dynamisch: Der Umsatz stieg um 41% auf 559 Millionen US-Dollar. Austedo behandelt Spätdyskinesie, eine Erkrankung, die unwillkürliche Gesichtsbewegungen verursacht. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Austedo-Umsatz von 2,4 bis 2,55 Milliarden US-Dollar, nach 2,26 Milliarden im Jahr 2025. Fast alle anderen Markenprodukte wachsen ebenfalls mit zweistelligen Raten.

Qualität statt Quantität beim Umsatz

Auf den ersten Blick wirkt die Umsatzentwicklung wenig beeindruckend: Teva erwartet für 2026 einen Gesamtumsatz von 16,4 bis 16,8 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang gegenüber den 17,3 Milliarden im Jahr 2025. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Qualität dieser Umsätze. Das Management prognostiziert für 2027 operative Margen von 30%, verglichen mit lediglich 12,5% im vergangenen Jahr. Dieser Sprung ist direkt auf den wachsenden Anteil der margenstarken Markenmedikamente zurückzuführen.

Auch das Biosimilars-Portfolio gewinnt an Fahrt. Bis 2027 soll der Umsatz in diesem Segment 800 Millionen US-Dollar erreichen und damit die rückläufigen Generika-Erlöse mehr als kompensieren. Zusätzlich stärkt Teva seine Pipeline durch gezielte Zukäufe: Für 700 Millionen US-Dollar erwarb das Unternehmen Emalex Biosciences und damit Ecopipam, ein Mittel zur Behandlung des Tourette-Syndroms bei Kindern. Nach positiven Daten aus einer Phase-3-Studie hat Teva bereits einen Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht.

Bewertung lässt Luft nach oben

Bei einem Kurs von rund 31 US-Dollar wird Teva mit dem 14-Fachen der Gewinnschätzungen für 2026 und dem 10-Fachen der Schätzungen für 2027 bewertet. Das ist eine vergleichsweise günstige Bewertung für ein Unternehmen mit zunehmend vielversprechenden Wachstumsaussichten. Bereits eine Bewertung mit dem 15-Fachen der 2027er-Gewinnschätzungen würde den Aktienkurs über das mittlere Kursziel der Wall Street von 40 US-Dollar heben.

Die Analysten-Kursziele erscheinen damit durchaus realistisch – vorausgesetzt, Teva liefert weiterhin: Ecopipam kommt auf den Markt, die Markenmedikamente wachsen weiter, und die Biosimilars-Sparte entwickelt sich wie erwartet. Für Anleger, die auf Comeback-Storys setzen, bleibt Teva eine der spannendsten Pharma-Aktien im Markt.

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