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Teslas Energiesparte soll sinkende Automobilmargen und Emissionsgutschriften ausgleichen

Während Teslas Kerngeschäft unter Druck steht, wächst die Energiesparte schneller und ist doppelt so profitabel wie die Fahrzeugsparte.

Teslas Energiesparte soll sinkende Automobilmargen und Emissionsgutschriften ausgleichen

Das Solar- und Energiegeschäft von Tesla rückt bei der Vorlage der Quartalsergebnisse am 22. April in den Mittelpunkt. Analysten erwarten, dass die Sparte das unter Druck stehende Automobilgeschäft des Elektroautoherstellers in den Schatten stellt. Dies gilt als Zeichen der Widerstandsfähigkeit, während Tesla bei der Umstellung auf Roboter und autonomes Fahren nur langsam vorankommt.

Die Rentabilität der Tesla-Fahrzeuge ist von ihren Höchstständen gesunken. Gleichzeitig sind die margenstarken Emissionsgutschriften – sogenannte Regulatory Credits – nach politischen Änderungen in den USA unter Präsident Donald Trump zurückgegangen. Diese Gutschriften waren einst ein wichtiger Gewinnbringer für den Konzern.

Das Energiegeschäft hingegen wächst schneller und ist dank der starken Nachfrage nach großflächigen Batteriesystemen für die Stromversorgung von Rechenzentren etwa doppelt so profitabel wie die alternde Fahrzeugpalette von Tesla. Für das erste Quartal 2026 schätzen Analysten ein Umsatzwachstum der Energiesparte von 25 Prozent – damit übertrifft sie das Umsatzplus von 12 Prozent im Automobilbereich und den Anstieg von 23 Prozent bei den Dienstleistungen deutlich.

Energiesparte noch nicht groß genug zum vollständigen Ausgleich

Trotz des positiven Trends mahnen Experten zur Vorsicht. „Das ehrliche Fazit: Die Energiespeicherung dämpft den Schlag ab, ist aber noch nicht groß genug, um den kombinierten Druck durch den Wegfall der Emissionsgutschriften und die Erosion der Automobilmargen vollständig auszugleichen. Die Entwicklung ist ermutigend; das aktuelle Ausmaß ist jedoch noch unzureichend", sagte Adrian Balfour, Gründer und Vorsitzender des Beratungsunternehmens Envorso.

Die Wall Street schätzt laut Daten von Visible Alpha, dass die Energiesparte im Jahr 2026 einen Umsatz von rund 18,3 Milliarden US-Dollar erzielen wird, gegenüber 12,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Der Bruttogewinn soll auf etwa 5,3 Milliarden US-Dollar steigen, bei Margen von nahezu 29 Prozent. Der Umsatz der Sparte wird in diesem Jahr etwa ein Fünftel des erwarteten Gesamtumsatzes von Tesla ausmachen.

CEO Elon Musk plant unterdessen den Bau neuer Montagelinien und die Produktion von Robotern. Diese Investitionen werden in diesem Jahr voraussichtlich 20 Milliarden US-Dollar kosten und Tesla das erste Quartal mit einem negativen Cashflow – auch Cash Burn genannt – seit zwei Jahren bescheren. Analysten erwarten einen negativen Cashflow von rund 1,44 Milliarden US-Dollar.

Megapacks für Versorgungsunternehmen treiben Profitabilität

Ein wichtiger Treiber der Energiesparte ist die Verschiebung hin zu profitableren Produkten. „Ein wachsender Anteil der Installationen entfällt auf große Megapacks für Versorgungsunternehmen, die wesentlich lukrativer sind als kleinere Powerwalls für Privathaushalte oder preisgünstigere Systeme", erklärte Scott Acheychek, COO des ETF-Emittenten REX Financial.

Im ersten Quartal 2026 beliefen sich die Installationen von Energiespeichern auf 8,8 Gigawattstunden – ein Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch wird erwartet, dass der Umsatz in diesem Segment steigt, da Tesla sich auf den Verkauf der profitableren Großsysteme konzentriert.

Trotz der positiven Entwicklung warnen Analysten vor Schwankungen. „Das ist tendenziell ein schwankungsanfälliges Geschäft, daher ist es schwierig, zu viel hineinzuinterpretieren, bis wir bei der nächsten Telefonkonferenz zu den Ergebnissen mehr Details erfahren", sagte Matt Britzman, Senior Equity Analyst bei Hargreaves Lansdown.

Bewertung stützt sich auf noch nicht existierende Produkte

Teslas Gesamtbewertung von rund 1,5 Billionen US-Dollar stützt sich weiterhin auf Produkte, die noch nicht existieren – darunter Roboter und vollständig selbstfahrende Fahrzeuge. Für die Energiesparte sehen die Analysten von Morgan Stanley zwar weiteres Wachstum, warnen aber: „Während das Wachstum über das erste Quartal hinaus wahrscheinlich stark bleiben wird, könnten die Margen aufgrund des Preiswettbewerbs und Verzögerungen bei der Weitergabe höherer Zollkosten unter Druck geraten."

Anleger werden bei der Ergebniskonferenz am 22. April nach Börsenschluss genau hinhören, wie Tesla auf diese branchenweiten Herausforderungen reagiert und welche Perspektiven das Management für die Energiesparte skizziert.

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