Tesla verzögert Robotaxi-Ausbau trotz überzeugender Technik
Jefferies-Analysten testeten Robotaxis in San Francisco und zeigten sich beeindruckt von Teslas FSD 14.2. Trotz technischer Reife und niedrigerer Kosten als die Konkurrenz bleibt die Skalierung des Dienstes aus – möglicherweise wegen der Lidar-Frage.

Analysten der Investmentbank Jefferies haben kürzlich in San Francisco verschiedene Robotaxi-Dienste auf Herz und Nieren geprüft. Im direkten Vergleich schnitten Teslas autonome Fahrzeuge, Googles Waymo und Amazons Zoox bei Wartezeit und Fahrverhalten ähnlich ab. Der entscheidende Unterschied zeigte sich beim Preis: Während Waymo und Zoox für eine vergleichbare Strecke etwa 14 Dollar verlangten, kostete die Tesla-Fahrt nur 6,25 Dollar.
Technologie überzeugt, Geschäftsmodell unklar
Die Analysten Philippe Houchois und Johnson Wan bescheinigten Teslas Full Self-Driving (FSD) Version 14.2 "sehr beeindruckende" Leistungen sowohl auf Autobahnen als auch im Stadtverkehr. Die Genauigkeit und das Fahrvertrauen seien hoch gewesen. Kleinere Schwächen zeigten sich lediglich bei den Abhol- und Absetzpunkten, wo Passagiere teilweise zu den Fahrzeugen laufen mussten.
Trotz der technologischen Reife in den USA und China bleiben laut Jefferies wichtige Fragen offen. Sowohl die Geschäftsmodelle als auch die Kapitalintensität der Robotaxi-Dienste seien noch "ungeklärt". Dies betreffe alle getesteten Anbieter gleichermaßen.
Verzögerung "schwer nachvollziehbar"
Vor diesem Hintergrund sei es "schwer nachvollziehbar", warum Tesla die Skalierung seiner Robotaxis in San Francisco oder anderen US-Städten wie Austin weiterhin hinauszögere, so die Analysten. In Nevada hat die FSD 14.2 bereits die Genehmigung erhalten, ohne menschlichen Sicherheitsfahrer zu operieren.
Als möglichen Grund vermuten die Jefferies-Experten die fehlende Lidar-Technologie in Tesla-Fahrzeugen. Lidar (Light Detection and Ranging) erstellt mittels Lichtimpulsen dreidimensionale Straßenkarten und wird von Waymo und Zoox eingesetzt. Tesla-CEO Elon Musk lehnt die Technologie jedoch als "teure Anhängsel" ab und setzt stattdessen ausschließlich auf Kameras.
Lidar-Integration als "Eingeständnis einer Niederlage"
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Zur AktienanalyseDie Analysten argumentieren, dass die Kosten für Lidar-Systeme mittlerweile kein Hindernis mehr darstellten. Eine nachträgliche Integration würde jedoch "wie ein Eingeständnis einer Niederlage wirken", da sie Musks langjährige Strategie infrage stellen würde. Zudem könnte sie die Vision untergraben, dass Tesla seine mit Hardware-4-Plattform ausgestatteten Fahrzeuge in eine Robotaxi-Flotte verwandeln kann.
Die Zurückhaltung beim Ausbau des Robotaxi-Dienstes könnte Tesla wertvolle Zeit im Wettbewerb mit etablierten Anbietern kosten, die bereits in mehreren US-Städten aktiv sind.


