Tesla verliert Marktanteile: Europas Automarkt schwächelt weiter
Dreizehnter Rückgangsmonat in Folge für Tesla in Europa – während US-Anleger in KI-resistente Aktien rotieren.

Tesla setzt seinen negativen Kurs auf dem europäischen Automarkt fort. Im Januar sanken die Neuzulassungen des US-Elektroautobauers um 17 Prozent auf 8.075 Einheiten, wie Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA zeigen. Der Marktanteil fiel von 1,0 auf 0,8 Prozent – es war bereits der dreizehnte Rückgangsmonat in Folge.
Der Gesamtmarkt für Neufahrzeuge in Europa zeigte sich zum Jahresbeginn ebenfalls schwach. Die Zulassungen in der EU, Großbritannien, der Schweiz, Norwegen und Island sanken um 3,5 Prozent auf rund 961.000 Einheiten. Autoexperte Stefan Bratzel betont, dass die aktuellen Verkaufszahlen strukturell noch immer rund 2,5 Millionen Einheiten unter dem Niveau von 2019 liegen.
Besonders auffällig ist die Verschiebung bei den Antriebsarten. Benziner verloren massiv an Boden: Ihre Zulassungen brachen um rund 26 Prozent ein, der Marktanteil sank auf 22 Prozent. Elektrofahrzeuge (BEV) hingegen legten um 14 Prozent zu und kamen auf einen Marktanteil von 19,3 Prozent. Plug-in-Hybride (PHEV) verzeichneten sogar ein Plus von 32 Prozent. Insgesamt entfielen 69 Prozent aller Neuzulassungen auf elektrifizierte Fahrzeuge.
Chinesische Konkurrenz setzt Tesla unter Druck
Während Tesla stagniert, explodiert das Wachstum chinesischer Hersteller. BYD steigerte seine europäischen Zulassungen um beeindruckende 165 Prozent und verdoppelte seinen Marktanteil auf 1,9 Prozent. Morningstar-Analyst Michael Field sieht im Kostenvorteil chinesischer Hersteller einen kaum aufholbaren Vorsprung gegenüber Tesla.
Unter den etablierten europäischen Herstellern verloren Volkswagen, BMW, Renault und Toyota ebenfalls Boden – mit Rückgängen zwischen 3,8 und 15 Prozent. Stellantis und Mercedes konnten sich mit Zuwächsen von 6,7 und 2,8 Prozent gegen den Trend behaupten. Besonders dramatisch war der Einbruch in Norwegen, wo die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 76 Prozent abstürzten.
Ökonom Rico Luman sieht Teslas starken Fokus auf autonomes Fahren statt auf neue Massenmarktfahrzeuge als mögliche Ursache für die europäischen Probleme. Hinzu kommt ein Reputationsschaden, der mit CEO Elon Musks politischen Äußerungen und seiner Nähe zur Trump-Administration in Verbindung gebracht wird. Tesla baut indes bereits den Cybercab – ein zweisitziges Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale – in Austin, Texas.
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