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Tesla und Alphabet verlieren nach Quartalszahlen 500 Milliarden Dollar Börsenwert

Hohe KI-Investitionen schrecken Anleger ab: Tesla bricht 14,5 Prozent ein, Alphabet verliert 7,1 Prozent nach Quartalsergebnissen.

Tesla und Alphabet verlieren nach Quartalszahlen 500 Milliarden Dollar Börsenwert

Die Aktien von Tesla und Alphabet haben am Donnerstag massiv an Wert verloren, nachdem beide Unternehmen für das zweite Quartal 2026 ihre Ergebnisse vorgelegt und dabei deutlich steigende Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) angekündigt hatten. Tesla-Aktien schlossen 14,5 Prozent tiefer – der schlechteste Handelstag des Elektroautoherstellers seit März 2025. Die Google-Muttergesellschaft Alphabet büßte 7,1 Prozent ein.

In absoluten Zahlen bedeutet das einen enormen Wertverlust: Tesla verlor rund 200 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung, während bei Alphabet etwa 300 Milliarden Dollar vernichtet wurden. Zusammen summiert sich der Börsenwert-Verlust beider Tech-Giganten auf rund 500 Milliarden Dollar – an einem einzigen Handelstag. Auch Amazon wurde von der negativen Stimmung erfasst und verlor 4,6 Prozent, was einem Börsenwert-Verlust von rund 120 Milliarden Dollar entspricht.

Der gemeinsame Auslöser: Beide Unternehmen meldeten für das zweite Quartal einen negativen freien Cashflow und signalisierten gleichzeitig weiter steigende Investitionsausgaben. Für Anleger, die ohnehin zunehmend besorgt über die Kosten des globalen KI-Booms sind, war das ein deutliches Warnsignal.

Alphabet erhöht Investitionsprognose deutlich

Alphabet hob seine Prognose für die Investitionsausgaben (Capex) für das laufende Jahr auf 195 bis 205 Milliarden Dollar an – zuvor hatte der Konzern noch 180 bis 190 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Darüber hinaus warnte das Unternehmen vor noch höheren Ausgaben im Jahr 2027. Der Finanzvorstand von Alphabet erklärte, der Ausgabenzuwachs sei „primär auf eine Beschleunigung bei der Bereitstellung von Kapazitäten zurückzuführen, um die wachsende Nachfrage zu bedienen." Der Tech-Riese betonte zudem, dass er derzeit nicht über genügend Rechenkapazität verfüge, um die bestehende KI-Nachfrage vollständig zu decken.

Bei Tesla stiegen die Investitionsausgaben im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 142 Prozent auf 5,79 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet der Elektroautohersteller Investitionen von mehr als 25 Milliarden Dollar. Tesla-Chef Elon Musk versuchte, die Sorgen der Anleger zu zerstreuen, indem er auf konkrete Projekte verwies: Das Unternehmen installiere derzeit die „Produktionslinien der ersten Generation für Optimus" – Teslas humanoiden Roboter – und werde „in Kürze mit der Produktion beginnen". Zudem hob Musk Initiativen in der Halbleiterproduktion hervor, um zu verdeutlichen, wohin die Milliarden-Investitionen fließen.

Positive Signale trotz Kurseinbruch

Trotz der massiven Kursverluste gab es auch Lichtblicke in den Quartalsergebnissen. Bei Alphabet zeigte sich, dass sich erste Investitionen in KI-Infrastruktur auszuzahlen beginnen: Der Umsatz im Cloud-Geschäft von Google sprang um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Die operative Marge des Cloud-Segments verbesserte sich von 20,7 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 35,6 Prozent im zweiten Quartal – ein starkes Zeichen für die wachsende Profitabilität des Bereichs.

Auch Tesla konnte im Kerngeschäft punkten: Der Umsatz im Automobilbereich stieg um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 20,52 Milliarden Dollar. Dennoch reichten diese positiven Signale nicht aus, um das Vertrauen der Anleger in die massiven Ausgabenpläne beider Konzerne zu stärken.

Die Reaktion der Märkte verdeutlicht ein grundlegendes Dilemma, mit dem Tech-Konzerne derzeit konfrontiert sind: Der KI-Wettbewerb zwingt sie zu enormen Investitionen in Infrastruktur und Rechenkapazitäten – doch die Geduld der Anleger gegenüber steigenden Kosten und negativem freien Cashflow hat klare Grenzen. Wie schnell sich diese Milliarden-Investitionen in nachhaltige Gewinne umwandeln lassen, bleibt die entscheidende Frage für die Bewertung der großen Tech-Werte.

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