Tesla streicht Autopilot-Funktion: Abo-Modell wird Pflicht
Tesla ändert seine Strategie bei Fahrassistenzsystemen grundlegend. Künftig müssen Käufer in den USA und Kanada für die Spurhaltefunktion ein monatliches Abo abschließen. Die Änderung stößt auf heftige Kritik.

Tesla vollzieht einen radikalen Kurswechsel bei seinen Fahrassistenzsystemen. Der Elektroautohersteller bietet die beliebte Autosteer-Funktion, die Fahrzeuge auf Autobahnen mittig in der Spur hält, nicht mehr als Standard an. Stattdessen müssen Käufer für diese und weitere Assistenzfunktionen ein monatliches Abonnement abschließen.
Neues Abo-Modell für 99 Dollar monatlich
Kunden, die Spurhaltefunktionen nutzen möchten, müssen künftig das umfassende FSD-Abonnement (Full Self-Driving Supervised) für 99 Dollar pro Monat erwerben. Dieses Paket umfasst neben der Spurhaltung auch die Navigation durch Stadtstraßen, erfordert jedoch stets die Überwachung durch den Fahrer. Der adaptive Tempomat bleibt weiterhin im Kaufpreis enthalten.
Tesla hat gleichzeitig den Verkauf des bisherigen Autopiloten und des Enhanced Autopilot eingestellt. Ab dem 14. Februar bietet das Unternehmen FSD auch nicht mehr als einmaligen Kauf für 8.000 Dollar an. CEO Elon Musk kündigte zudem an, dass der Abopreis mit zunehmenden Fähigkeiten der Software weiter steigen werde.
Strategischer Schwenk zu Software-Einnahmen
Die Änderung ist Teil von Teslas Strategie, die Einnahmen aus KI-gestützter Software zu steigern. Während die Verkäufe älterer Elektrofahrzeuge nachlassen, setzen Investoren große Hoffnungen auf das Software-Geschäft. Ein erheblicher Teil der 1,4 Billionen Dollar Marktbewertung von Tesla basiert auf dieser Wette.
Laut Finanzvorstand Vaibhav Taneja haben bislang 12 Prozent der Tesla-Kunden für die FSD-Software bezahlt. In Musks neuem Vergütungspaket für das kommende Jahrzehnt ist das Ziel von 10 Millionen FSD-Abonnements verankert.
Kundenkritik und regulatorischer Druck
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Zur AktienanalyseDie Umstellung stößt bei vielen Kunden auf Unmut. In sozialen Medien äußerten zahlreiche Nutzer ihre Enttäuschung. "Viele Leute abonnieren FSD nur für Roadtrips und verlassen sich auf den einfachen Autopiloten für den täglichen Arbeitsweg", kritisierte ein X-Nutzer. "Ehrlich gesagt, ist das enttäuschend."
Hintergrund der Änderung könnte auch regulatorischer Druck sein. Die kalifornische Kfz-Zulassungsbehörde hatte Tesla eine 60-Tage-Frist gesetzt, das Marketing zu überarbeiten. Eine Bedingung war die Einstellung des Namens "Autopilot", der nach Ansicht der Behörde Verbraucher irreführe. Kalifornien ist der wichtigste Markt für Elektrofahrzeuge in den USA.
Tesla reagierte nicht auf Anfragen zur Begründung der Änderung. Die Aufsichtsbehörde lehnte eine Stellungnahme ab.


