Tesla in China: Absatz erholt sich, doch Marktanteil bleibt unter Druck
Teslas Chinageschäft wächst wieder – doch chinesische Rivalen wie Geely, Chery und Leapmotor setzen den US-Elektrobauer massiv unter Druck.

Der chinesische E-Auto-Markt sendet gemischte Signale für Tesla-Anleger. Einerseits erholt sich der Absatz des US-Elektrobauers im Reich der Mitte spürbar, andererseits verliert das Unternehmen im Wettbewerb mit heimischen Herstellern weiter an Boden. Das zeigen Großhandelsdaten der China Passenger Car Association (CPCA), die die WirtschaftsWoche ausgewertet hat.
Im Juli 2025 verkaufte Tesla in China lediglich 67.885 Fahrzeuge – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 72.573 Einheiten aus dem Juli 2024. Im Juli 2026 folgte dann die Erholung: Der Absatz sprang auf 93.579 Fahrzeuge. Der Marktanteil verbesserte sich dadurch leicht von 5,8 auf 6,4 Prozent. Eine ähnliche Aufwärtsbewegung zeigt sich auch beim Vergleich der ersten sieben Monate des Jahres.
Trotz dieser Erholung ist die strukturelle Schwäche unübersehbar. Seit 2024 ist Tesla in der Rangliste der wichtigsten Autobauer in China von Platz zwei auf Platz fünf abgerutscht. Noch gravierender: Seit 2022 hat sich der Marktanteil des Unternehmens nahezu halbiert – auch weil sich der gesamte chinesische E-Auto-Markt im selben Zeitraum vervierfacht hat.
Chinesische Rivalen mit explosivem Wachstum
Besonders drei Hersteller machen Tesla das Leben schwer: Geely, Chery und Leapmotor haben sich direkt hinter Marktführer BYD positioniert – und das mit beeindruckenden Wachstumsraten. Der staatliche Autobauer Chery mehr als verdoppelte seinen Juli-Absatz binnen eines Jahres von 59.900 auf 122.082 Fahrzeuge. Leapmotor legte ebenfalls von 50.129 auf 101.268 Einheiten zu – und konnte seinen Absatz in den vergangenen zwei Jahren sogar verfünffachen.
Auch Geely überrascht Branchenbeobachter regelmäßig mit starken Zahlen. Der Konzern vereint bekannte Marken wie Volvo Cars, Polestar, Lotus, Zeekr und Lynk & Co unter seinem Dach. Zudem ist Geely Großaktionär von Mercedes-Benz und produziert gemeinsam mit den Stuttgartern im Joint Venture die Elektroautos der Marke Smart. Im Jahr 2025 setzte Geely mehr als drei Millionen Fahrzeuge ab – fast doppelt so viele wie Tesla. Das meistverkaufte Elektroauto Chinas, der Galaxy Xingyuan (auch EX2 genannt), stammt ebenfalls aus dem Geely-Konzern.
Darüber hinaus kürte das Center of Automotive Management (CAM) Geely zum innovativsten E-Auto-Hersteller weltweit. In dem Ranking, das Neuerungen zählt und gewichtet, erreicht Geely auf Basis von 72 Innovationen einen Wert von 193 Indexpunkten. Dahinter folgen der VW-Konzern mit 153 Punkten und BYD mit 147 Punkten. Auf den weiteren Plätzen landen SAIC (122), BMW (110) und Mercedes-Benz (106).
Verkaufsgerüchte rund um Teslas Chinageschäft
Die Dynamik des chinesischen Marktes birgt erhebliche Risiken – wie das Beispiel Seres aus Chongqing zeigt. Der Hersteller steigerte seinen Absatz zwischen Februar 2023 und Dezember 2025 durch eine Partnerschaft mit Huawei auf das 17-Fache und erreichte 53.654 Fahrzeuge monatlich. Seitdem bricht der Verkauf jedoch regelrecht ein: Im Juli 2026 wurden nur noch 20.480 Einheiten abgesetzt – ein Rückgang von 62 Prozent gegenüber dem Höchstwert.
Dieses volatile Umfeld befeuerte zuletzt Spekulationen über einen möglichen Verkauf von Teslas Chinageschäft. Das „Wall Street Journal" berichtete, Elon Musk erwäge diesen Schritt, um den Weg für eine Fusion von Tesla mit SpaceX freizumachen. Musk selbst wies die Berichte Ende Juli auf seiner Plattform X scharf zurück: „Das war noch nie Thema einer Diskussion", schrieb er und bezeichnete die Meldungen als „absurde Fake News".
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Zur AktienanalyseDeutsche Hersteller weit abgeschlagen
Für deutsche Autobauer liest sich die CPCA-Statistik noch ernüchternder. Volkswagen kommt mit seinen Joint Ventures mit SAIC und FAW auf die Plätze 29 und 30 – mit zusammen lediglich 5.591 abgesetzten Elektrofahrzeugen. BMW landet auf Platz 27 mit 4.472 verkauften E-Autos in China. Zum Vergleich: Marktführer BYD setzte im Juli allein in der Volksrepublik 341.030 Fahrzeuge ab.
Die Zahlen verdeutlichen, wie rasant sich das Kräfteverhältnis im weltgrößten Automobilmarkt verschiebt. Für Anleger, die in Tesla, Volkswagen oder BMW investiert sind, bleibt China ein Markt mit enormem Potenzial – aber auch mit wachsenden strukturellen Risiken durch die Dominanz einheimischer Hersteller.


